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Warum muss die Stuttgarter Runway im Jahr 2020 teilerneuert werden?

Die Lebenszeit von Betonflächen ist begrenzt. Das gilt für Brücken und Autobahnen genauso wie für Start- und Landebahnen von Flughäfen. Auf die einzige Piste in Stuttgart wirken das Gewicht der aufsetzenden Flugzeuge, das Wetter sowie winterliche Enteisungsmittel ein. Untersuchungen haben nun ergeben, dass die Betonfläche der Stuttgarter Runway auf einer Länge von rund 1.200 Metern im Osten grundlegend erneuert werden muss.

Wieso muss die Runway nur im Osten erneuert werden?

Die Start- und Landebahn des Flughafens Stuttgart wurde im Jahr 1996 von 2.550 Metern auf 3.345 Meter verlängert. Die Oberfläche des Betons in diesem östlich gelegenen Bereich muss jetzt ausgetauscht werden, auch weil diese besonders stark beansprucht ist: Wenn Flugzeuge in Stuttgart landen, setzen sie meistens dort auf.  

Wie wird die Haltbarkeit der Start- und Landebahn kontrolliert?

Um die Sicherheit des Flugbetriebs jederzeit zu gewährleisten, überprüft der Stuttgarter Airport-Betreiber regelmäßig den Zustand der Runway, der Zu- und Abrollwege und der gesamten Vorfeldflächen. Der Zustand der rund 22.000 Betonplatten auf dem gesamten Gelände wird in einem Verzeichnis erfasst, in dem alle Arbeiten und Veränderungen protokolliert werden. Bei Bedarf wurden bislang kleinere Flächen erneuert.

Gibt es Alternativen zur Erneuerung?

Die Stuttgarter Flughafengesellschaft hat verschiedene Möglichkeiten geprüft. Um eine einheitliche Oberfläche mit möglichst langer Lebensdauer zu erhalten, fiel die Entscheidung am Ende auf die Erneuerung in Beton.

Könnten nicht die großen Rollwege als Interimspisten dienen?

Nein, das ist nicht möglich. Passagiermaschinen dürften wegen vieler Vorgaben zu Sicherheit und Abständen dort nicht starten und landen.

Wann genau finden die Bauarbeiten statt?

Die Teilerneuerung der Start- und Landebahn erfolgt in zwei Phasen. Beide dauern 28 Tage. Vom 23. April bis 20. Mai 2020 steht den Flugzeugen eine auf maximal 1.965 Meter verkürzte Piste zur Verfügung. Vom 21. Mai bis 17. Juni 2020 wird voraussichtlich auf einer 2.475 Meter langen Runway abgehoben und gelandet. Ab Donnerstag, 18.06.2020, kann die gesamte Bahnlänge von unverändert 3.345 Metern wieder genutzt werden.

Muss der Flughafen Stuttgart während der Bauarbeiten schließen?

Nein, der Flugbetrieb wird auf der verkürzten Piste fortgesetzt. Die meisten Starts und Landungen können auch dort durchgeführt werden. Es wird aber gewisse Einschränkungen für Passagiere und Airlines geben.

Während der ersten Bauphase (23. April bis 20. Mai 2020) sind alle innerdeutschen und europäischen Ziele in einem Radius von circa 1.400 Kilometern nonstop erreichbar. Die Anbindung an Drehkreuze wie London, Paris oder Amsterdam ist also gewährleistet.

Während der zweiten Bauphase (21. Mai bis 17. Juni 2020) sind auf der längeren Interimsbahn Direktflüge zu Zielen möglich, die bis zu 2.800 Kilometer entfernt liegen. Da die Pfingstferien in Baden-Württemberg in diese Zeit fallen (02. Juni – 13. Juni 2020), sollten sich Reisende, die eine Fernreise planen, rechtzeitig informieren, ob ihre Wunschdestinationen nonstop erreichbar sind.

Ist es denn sicher, auf der kürzeren Runway zu starten und zu landen?

Ja. Der Flugbetrieb auf der Interimsbahn kann genauso sicher laufen wie auf der knapp dreieinhalb Kilometer langen Piste. Es gibt an vielen Flughäfen weltweit Start- und Landebahnen, die nur ca. zwei Kilometer messen. Allerdings gilt: Je kürzer eine Runway, desto mehr Einschränkungen bei der Größe und beim Gewicht der Flugzeuge – und desto kleiner der Radius für Nonstop-Verbindungen.

Steigt der Fluglärm während der Bauzeit für die Anrainer an?

Weil weniger Starts und Landungen stattfinden, wird sich der Fluglärm in der Nachbarschaft etwas reduzieren. Er nimmt auch nicht an anderen Orten zu, denn auf der verkürzten Runway heben die meisten Flugzeuge nicht anders oder später ab als bisher.

Welche Auswirkungen hat die Baustelle auf die Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft?

Während der Bauzeit wird es voraussichtlich weniger Starts und Landungen am Flughafen Stuttgart geben.  Allerdings werden die Arbeiten an der Runway zu hören sein.  Um die obere Betonschicht abzutragen, werden Fräsen eingesetzt. Pro Tag sind außerdem einige LKW-Fahrten nötig, auch dürfen die Lastwagen aus Sicherheitsgründen nicht auf ihre akustischen Rückfahrsignale verzichten. Die Flughafen Stuttgart GmbH wird sicherstellen, dass – mit Rücksicht auf alle Anwohner – die Auswirkungen der Arbeiten auf das Minimum beschränkt werden.

Wie groß ist die Fläche, die erneuert werden muss?

Die Start- und Landebahn besteht aus rund 3.600 Betonplatten. Jede Platte ist 7,50m x 7,50m groß. Etwa 1.500 Platten mit einer Fläche von insgesamt rund 54.000 Quadratmetern sollen ausgetauscht werden. Rund 70.000 Tonnen Beton müssen insgesamt ausgebrochen und erneuert werden. 

Wie wird die Erneuerung der Start- und Landebahn vorbereitet?

Die Teilerneuerung der einzigen Start- und Landebahn in Stuttgart ist ein technisch und logistisch anspruchsvolles Projekt. Während einer mehrjährigen Planungs-, Bewilligungs- und Vorbereitungsphase gab es umfangreiche Vorarbeiten. Der Antrag auf die luftrechtliche Genehmigung des Projekts wurde im April 2018 beim Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg eingereicht, die eigentliche Bauplanung wird seither parallel weiter vorangetrieben. Nach einer europaweiten Ausschreibung der Bauleistungen wird im April 2019 der Auftrag für das Projekt vergeben.

Kann die Baustelle 2020 besichtigt bzw. beobachtet werden?

Der Baustellenbereich im Osten des Flughafengeländes ist aus dem Umfeld gut einsehbar.

Kann es sein, dass in wenigen Jahren der andere Teil der Bahn erneuert werden muss?

Alle Flächen werden engmaschig geprüft und gecheckt. Bei Probebohrungen auch im westlichen Teil der Start- und Landebahn hat sich gezeigt, dass der Aufbau der Betondecke dort einwandfrei ist. Vorerst sind dort keine Erneuerungen nötig.

Haben Sie auch eine Frage zur Teilerneuerung der Start- und Landebahn? Dann schreiben Sie Ihre Mail an runway@stuttgart-airport.com

Stand: 23.1.2019

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