Unsere Gesellschaft wird immer älter: Anfang 2018 lebten in Deutschland etwa 17,7 Millionen Personen ab 65 Jahren; dies entsprach einem Anteil von über 21 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft Hilfe zu brauchen: Im Dezember 2017 galten in Deutschland über 3,4 Millionen Menschen als pflegebedürftig. Gut drei Viertel von ihnen wurden zu Hause versorgt, meist allein durch Angehörige. Letztlich ist Pflege aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Als Arbeitgeberin hat die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) den Anspruch, ein familienorientiertes Unternehmen für alle Lebensphasen zu sein. Sie unterstützt Flughafenangehörige, die Pflegeverantwortung wahrnehmen, durch Arbeitszeitverkürzung oder Teilzeitmodelle – und bei Bedarf auch spontan. Darüber hinaus gibt es jetzt als erste Anlaufstelle sogenannte betriebliche Pflegelotsen.

Wenn Angehörige die Pflegeverantwortung für Familienmitglieder übernehmen, bedeutet das oft eine Doppel- oder sogar Dreifachbelastung: Denn diese Menschen stehen meist mitten im Berufsleben und versorgen oft noch ihre minderjährigen Kinder. Die Pflege von Angehörigen ist zudem mit vielfältigen Anforderungen verbunden – von einer umfassenden zeitlichen Einbindung bis hin zu bürokratischen Aufgaben. Die Balance zwischen eigener Erwerbstätigkeit, Partnerschaft, Kinderbetreuung und Freizeit ist ein anspruchsvoller Spagat.

FSG-Pflegelotsen – bei Fragen zur Stelle

Betriebliche Pflegelotsen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens, die eine entsprechende Schulung absolviert haben. Die Lotsentätigkeit üben sie ehrenamtlich aus; Kurs und Beratungsstunden für Kolleginnen und Kollegen zählen aber als Arbeitszeit. Die FSG ließ im Jahr 2018 erstmals sieben Pflegelotsen ausbilden: sechs Frauen und einen Mann. Sie erhielten eine Schulung bei family-NET – einer Initiative der baden-württembergischen Wirtschaft zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit Januar 2019 stehen die Pflegelotsen für die rund 1.000 FSG-Beschäftigten als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei Bedarf können sie unbürokratisch und spontan während ihrer Arbeitszeit kontaktiert werden.

Sie leisten jedoch keine professionelle Beratung, sondern „lotsen“ – wie ihr Name sagt – durch den Themenkomplex Pflege. Nicht zuletzt sind sie dadurch ein wichtiges Element einer familienfreundlichen Unternehmenskultur.

"Für jeden von uns kann das Thema Pflege plötzlich wichtig werden. Im Fall der Fälle sind wir Pflegelotsen eine erste Anlaufstelle für unsere Kolleginnen und Kollegen. Dafür engagiere ich mich gerne!"

Carmen Kappler, betriebliche Pflegelotsin bei der FSG

Demografischem Wandel begegnen

Die alternde Gesellschaft wirkt sich auch auf das Leben der Flughafenmitarbeiter aus. In der folgenden Grafik ist zu sehen, welche Herausforderungen die steigende Relevanz des Themas Pflege für berufstätige Angehörige und deren Arbeitgeber bringt. Sie zeigt auch, warum es so wichtig ist, dass die FSG Serviceangebote wie das der betrieblichen Pflegelotsen für ihre Arbeitnehmer schafft und welche Chancen sich dahinter verbergen.