Von Küsten und Kleintieren – Costa Rica mit Kindern (Teil 2)

Costa Rica mit Kindern ist ein tolles Reiseland. Im ersten Teil habe ich euch zu den Orten mitgenommen, die wir uns angeschaut haben. Im zweiten Teil geht es nun um ein paar praktische Tipps und Hintergründe zum Reisen und Übernachten mit Kind.

Unterwegs durch Land und Wald

Für die Zeit des Aufenthalts hatten wir uns ein Auto mit Allradantrieb gemietet, das wir in der Nähe des Flughafens übernehmen konnten (Shuttledienst zur Autovermietung/zurück zum Flughafen inklusive). Autofahren in Costa Rica ist eigentlich ziemlich unkompliziert: Auf den Hauptstraßen kommt man gut voran, oft sind sie aber überfüllt und winden sich eng durch die Berge, weshalb man in Summe mehr Zeit als in Deutschland für eine Strecke einplanen muss. So bauten wir bei der Durchquerung des Landes immer einen Übernachtungszwischenstopp ein, damit es nicht zu spät wurde. Außerhalb der Hauptrouten kann es auch mal holprig werden: So führt nach Monteverde eine mit Schlaglöchern übersäte Schotterstraße, die viel Konzentration beim Fahren erfordert. Der Allradantrieb brachte uns aber immer zuverlässig ans Ziel. Unser Glück war, dass wir niemals auf nassen, aufgeweichten Straßen unterwegs sein mussten – da wäre es vermutlich anspruchsvoller geworden. Die Straßenbedingungen sind wohl auch der Grund, warum Touristen empfohlen wird, nicht nachts zu fahren, denn sicher fühlten wir uns die meiste Zeit. Nur an einigen touristischen Hotspots riet man uns, ohne Wertsachen aufzutauchen.

Zu Fuß im Regenwald empfiehlt sich auch eine passende Ausrüstung: Gummistiefel. Nicht nur, um sich vor eventuell am Boden auftauchenden Tieren zu schützen, sondern auch um problemlos matschige Passagen zu überwinden. Im Nachhinein hätte ich die Wanderschuhe getrost zu Hause lassen und stattdessen meine Regenstiefel einpacken können. Aber zum Glück hielten einige Unterkünfte vor Ort Exemplare davon für ihre Gäste bereit.

Lebensmittel sind in Costa Rica verhältnismäßig teuer, Übernachtungen findet man aber zu erschwinglichen Preisen. Wer spanisch kann, kommt mit den Gastgebern und Einheimischen schnell ins Gespräch. Aber auch ohne Spanischkenntnisse kommt man gut zurecht, denn viele Costa Ricaner sprechen englisch.

Immer ein abwechslungsreiches Dach über dem Kopf

Das Hostel, das sich noch im Umbau befand, war der Knaller für unsere Tochter. Unser Gute-Nacht-Lied erhielt eine neue Kreissägen-Strophe und der offene Balkon wurde mit Spanngurten, die sonst unsere Isomatten zusammenhalten, gesichert. Aber auch weniger spektakulär ausgerüstete Unterkünfte konnten mit Hängematten im Garten, herumzwitschernden Vögeln und vor allem leckerem Frühstück punkten. Das gab es meistens zusammen mit den Hostel-Betreibern oder anderen Gästen in der Gemeinschaftsküche: Rührei mit Toast und eine ganze Menge frisches Obst. Eine wunderbare, familiäre Atmosphäre, die durch tolle Gespräche geprägt war. Unser mitgebrachtes Spielzeug kam in den seltensten Fällen zum Einsatz: Überall gab es Deko-Gegenstände oder Werkzeuge zu entdecken, die in dem kinderfreundlichen Land auch ausprobiert werden durften.

Tiere

Wer viele Tiere entdecken will, dem empfehle ich auf jeden Fall, einen Guide zu buchen. Man glaubt gar nicht, wie unglaublich gut Faultiere in Baumkronen getarnt sind. Oft standen wir genau darunter und haben sie dennoch nicht gesehen. Außerdem wissen die Guides natürlich sehr viel zur Tier- und Pflanzenwelt und sind mit einem sehr guten Fernglas ausgestattet. Das eigene, mitgebrachte blieb bei diesen Touren deswegen immer im Rucksack. Wir nahmen uns meist allein einen Guide – so konnten wir in unserem eigenen Familientempo unterwegs sein. Wenn die Kinder auf den Wegen bleiben und sich nicht alleine durch die Büsche schlagen, muss man auch keine Angst haben, dass sie mit giftigen Tieren in Kontakt kommen.

Viel furchteinflößender kann da schon eine Horde Kapuzineräffchen sein, die einen den Weg entlang verfolgt in der Hoffnung, etwas zu essen abgreifen zu können. Auch lernten wir, dass eine wütende Waschbärenmutter, die ihre Kinder und die erbeutete Banane schützen will, eine Gruppe Kapuzineräffchen problemlos in die Flucht schlagen kann.

Der eine reist, der andere kommt an

Ich verbinde mit der Costa Rica-Reise vor allem die Naturerlebnisse. Dazu gehören die vielen, bunten Vögel, die fantastischen, bewaldeten Strände und die Stunde, die ich mit dem Baum-wechselnden Faultier verbringen durfte. Wir waren unterwegs, um Neues zu entdecken. Meine Tochter war unterwegs, um anzukommen. Hostel-Betreiber Tarcisio am Klavier, Sue und Ever, die in Tortuguero Rührei servierten, die Hütte, in deren Garten man Steine sammeln konnte, die Magnettafel, auf der man Buchstaben herumschieben konnte – das sind ihre prägenden Momente der Reise. Was bleibt zurück in Deutschland: Ameisen, die man auch hier mit klein gerupften Blättern versorgen kann.




19.03.2019

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