Von Küsten und Kleintieren – Costa Rica mit Kindern (Teil 1)

Nachdem es in meinen letzten Blog-Beiträgen (zu Japan, Madeira und Pisa) vor allem ums (schlechte) Wetter ging, möchte ich euch heute von meiner tollen, sonnenreichen Reise nach Costa Rica berichten. Für alle, die ein abwechslungsreiches und unkompliziertes Reiseziel für den Urlaub mit Kindern suchen, ist das Land in Mittelamerika meiner Meinung nach perfekt geeignet!

„Wie in der Wilhelma, nur toller“ – so hatten wir unserer dreijährigen Tochter die dreiwöchige Reise schmackhaft gemacht. Am Ende waren die allerkleinsten Tiere das Größte und die unfertige Unterkunft mit den laufenden Bauarbeiten am spannendsten. Alles Überraschungen, die bei Reisen mit Kindern fast vorprogrammiert sind.
Ab Stuttgart ging es bequem mit Iberia (Express) und einmal Umsteigen in Madrid nach San José – der Hauptstadt Costa Ricas. Vor Ort übernahmen wir einen Mietwagen und machten uns direkt auf den Weg raus aus der Stadt.

Unser Top 5-Ziele und was unser Kind daraus macht

Wir hatten uns den Nebelwald von Monteverde im Norden wegen der einzigartigen, fast mystischen Regenwälder ausgesucht. Der Nationalpark war ein toller Einstieg in das Land. Auf zum Teil gut befestigten Wegen wanderten wir durch den Regenwald, der aufgrund der geografischen Lage immer von einer feuchten Nebelschicht durchzogen ist. Für das Überqueren der Baumwipfel mit dem Flying Fox war unsere Tochter noch zu klein. Aber sie fühlte sich sowieso am wohlsten im Garten des Cafés, wo Fütterstationen Kolibris aller Größen und Farben anlockten. Fast in Flügelschlag-Geschwindigkeit rannte sie von einem neu angekommenen Vogel zum nächsten.

Als nächstes stand Tortuguero an der Karibiküste auf dem Plan. Der Ort ist nur mit dem Boot zu erreichen und bekannt wegen der Schildkröten, die dort schlüpfen. Außerhalb dieser Saison kann man die übrige Pflanzen- und Tierwelt prima vom Boot aus erkunden. Hier sahen wir auch unsere ersten Tukane und Faultiere – dank unserer tollen Gastgeber, deren Boots- und Wandertouren direkt auf dem eigenen Gelände starteten und kompetent geführt waren. Unvergessen aber auch der Moment, als wir im Garten in der Hängematte lagen und über uns die Brüllaffen die Obstbäume abernteten. Und unsere Tochter? Im Affenhaus der Wilhelma verbringt sie zwar Stunden, aber hier schaute sie am liebsten, was sich auf den Halmen und zwischen den Blättern der Pflanzen am Wegesrand tummelte.

Der berühmte Nationalpark Manuel António an der Pazifikküste ist zwar überlaufen und überteuert, aber die Dichte an Flora und Fauna ist unschlagbar. Deshalb war dies unser nächster Anlaufpunkt. Hier stießen wir auch ohne Guide auf zahlreiche Tiere, fanden abseits der Hauptpfade ein paar einsame Wege und machten am Strand Bekanntschaft mit den schlauen Kapuzineraffen, die den Touristen aus geschlossenen Taschen das Essen klauen. Spätestens hier fand unsere Tochter ihre neue Leidenschaft: Blattschneiderameisen. Die fleißigen Sechsbeiner sägen Blätter in kleine Stücke und tragen diese dann auf kilometerlangen Straßen in ihren Bau. Stundenlang konnte unsere Tochter ihnen dabei zusehen und sie sogar mit neuen, klein gerupften Blättern versorgen.

Etwas familiärer, aber nicht weniger spektakulär ging es weiter südlich im privat betriebenen Park "Refugio Baru de Pacifico" zu. Dort beobachteten wir, wie ein Faultier sich von einem Baum zum nächsten bewegte – natürlich in Faultiergeschwindigkeit. Nicht weit vom Park verbrachten wir noch ein paar Tage am Strand von Uvita. Dort wurden Eisbuden aus Blättern gebaut, Holzstamm-Eisenbahnen auf den Weg gebracht und die Wellen mit Pferdegalopp übersprungen. Nach 40 Grad und der Haut voll Sonnenbrand kühlten wir uns noch ein paar Tage auf der gemütlichen Berghütte im „Chirripo“ Nationalparkab. „The dog doesn’t like kids. Please keep your girl away“, erklärte uns der Betreiber. „No problem – our daughter doesn’t like dogs!“ beruhigten wir ihn. Dreimal dürft ihr raten, wer am Ende des Tages zusammen auf dem Sofa im Aufenthaltsraum saß…

Habt ihr jetzt Lust bekommen auf Costa Rica?! Dann findet Ihr im zweiten Teil noch ein paar Tipps und Eindrücke zum Reisen und Übernachten mit Kind.




19.03.2019

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