Gute Reise!

Die Urlaubssaison hat wieder begonnen. Beim Gedanken an die anstehende Fernreise schleicht sich neben kribbelnder Vorfreude beim ein oder anderen ein schlechtes Gewissen ein. Schuld ist das zunehmende Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft – oder besser: Dank sei dem Umweltbewusstsein! Denn, wem klar ist, welche Verantwortung er als Tourist trägt, der kann auch dafür sorgen, dass er seinen ökologischen und sozialen Fußabdruck möglichst klein hält. Damit euch das gelingt, gebe ich euch ein paar Tipps am Beispiel meiner letzten Norwegenreise an die Hand. 

Gedanken übers Reisen

Lasst uns zunächst über das Reisen allgemein nachdenken: So gut wie jede Form der Mobilität, trägt zur Erderwärmung bei. Die Klimabilanz eines Fluges variiert je nach Flugzeugtyp, Strecke und Flugklasse, nach heutigem Stand der Technik fällt sie aber immer negativ aus. Darum ist der Luftweg nun wirklich nicht für jede Distanz die richtige Wahl. Das Flugzeug ist und bleibt aber das einzige geeignete Verkehrsmittel, das es uns erlaubt, ferne Länder zu besuchen.

Doch auch wenn Fliegen der Umwelt schadet, ist Reisen – bei allem Respekt vor dem Klimawandel - nicht grundsätzlich schlecht. Wer es richtig macht, kommt unterwegs anderen Kulturen näher, begreift die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Völkern, räumt mit seinen Vorurteilen auf und wird insgesamt zu einem weltoffeneren Menschen. Die Frage ist also nicht, ob wir reisen, sondern wie.

Tipps für (klima-)bewusstere Trips

Am Flughafen Stuttgart beschäftige ich mich tagein tagaus mit Elektromobilität, Pfandspenden und Flugkompensation, kurz gesagt mit Nachhaltigkeit. Mein Sinn für Klimaschutz ist sicherlich auch deswegen eher ausgeprägt. Anhand meiner letzten Norwegenreise, zeige ich euch, worauf ihr bei eurem nächsten Urlaub achten könnt.

  • Atmosfair fliegen: Wer nicht auf den Flug verzichten kann oder will, der kann wie ich die entstandenen Emissionen über die gemeinnützige Organisation atmosfair kompensieren. Die Einnahmen fließen in Klimaschutzprojekte. Mit dem CO2-Rechner von atmosfair habe ich berechnet, dass mein Hin- und Rückflug von Stuttgart über Kopenhagen nach Oslo 667 kg CO2 verursacht. Die Kompensation dieser Menge hat mich 20 Euro gekostet. Anders als viele andere Anbieter rechnet atmosfair übrigens auch die anderen Klimaeffekte des Fliegens mit ein, z.B. die Bildung von Kondensstreifen und Ozon.

  • Bewusste Planung: Mit meiner Auszeit in Norwegen wollte ich mir den Wunsch erfüllen, eine mehrtägige Wandertour von Hütte zu Hütte zu machen. Beim Trekking ist man aus mehreren Gründen ganz automatisch relativ umweltschonend unterwegs. Diese Punkte gilt es zu bedenken:

    - Reisen mit leichtem Gepäck: Je weniger Ladung im Frachtraum des Flugzeugs liegt, desto geringer fällt der Treibstoffverbrauch aus. Wer sein gesamtes Gepäck im Rucksack von einer Berghütte zur nächsten mit sich herumtragen muss, der packt ganz freiwillig möglichst wenig ein. Aber auch ein Trolley muss nicht unbedingt bis zum Rand gefüllt sein. Denn Hand aufs Herz – wir nehmen doch meistens sowieso mehr mit als wir wirklich benötigen. Online findet ihr unzählige Tipps für kurze Packlisten, z. B. bei Lonely Planet.

    - Mobil vor Ort: Nicht nur wie man zum Urlaubsort gelangt, sondern auch wie man sich dort fortbewegt, macht natürlich einen Unterschied. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man auf langen Bus- oder Zugfahrten ganz wunderbar mit Einheimischen ins Gespräch kommt. Und abends am Lagerfeuer nach einem Wandertag sowieso. Umweltschonend unterwegs ist man so allemal.

    - Umweltfreundlich übernachten: Die gemütlichen norwegischen Hütten sind auf so einer Wanderung jeden Abend eine tolle Belohnung. Obwohl diese fernab der Zivilisation nur das Nötigste bieten, das heißt weder fließend Wasser noch Strom und schon gar kein WLAN. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Trotzdem lohnt es sich bei der Reiseplanung darauf zu schauen, wie ressourcenschonend ein Aufenthalt in der Unterkunft ist. Umwelt-Gütesiegel können eine Orientierung geben.

  • Nachhaltige Erlebnisse: Am Ende zählen bei einer Reise die Erinnerungen und die Erfahrungen, die wir gesammelt haben. Qualität geht, wie so oft, vor Quantität. Für bewusstes Reisen gilt darum auch die Faustregel: Je weiter weg man fährt oder fliegt, desto länger sollte man dort bleiben. Das spiegelt sich auch in dem Tourismustrend „Slow Travel“ wieder.



21.06.2019

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