Tausche Rathaus gegen Flughafen

Das heißt auch: Laufband statt Paternoster, Turbinenrauschen anstelle von Glockenspiel und Vorfeld statt Marktplatz. Für sechs Wochen tausche ich, Ann-Katrin Gehrung, meinen Arbeitsplatz im Rathaus der Stadt Stuttgart gegen einen Schreibtisch in der Unternehmenskommunikation des Airports.

Dieses Praktikum gehört zu meinem Volontariat, das ich zurzeit in der Pressestelle der Landeshauptstadt absolviere. Hier lerne ich, wie man Pressemitteilungen schreibt, Anfragen von Journalisten beantwortet, Statements am Telefon und vor der Kamera gibt und Presse-Events organisiert. Neben den Teams, die ich innerhalb der städtischen Kommunikationsabteilung durchlaufe – außer der Pressestelle zählen dazu die Online-Redaktion, das Stuttgarter Amtsblatt und die Öffentlichkeitsarbeit – kommt eine externe Station hinzu, bei der ich für sechs Wochen mitarbeite.

Zugegeben: Bei den ersten Überlegungen, wo ich das Praktikum absolvieren könnte, hatte ich den Flughafen Stuttgart noch nicht im Blick. Bisher hatte ich den Airport „nur" als (Flug-)Gast kennengelernt, wenn es in den Urlaub ging oder ich Freunde und Familie von hier abgeholt habe. Meine Sicht hat sich dann aber schnell geändert, als ich im Dezember 2017 bei einem geschäftlichen Besuch in der Kommunikationsabteilung der FSG war. Danach hatte ich einen guten Überblick über die verschiedenen Themen, die es neben dem eigentlichen Flugbetrieb gibt – und die oft weit darüber hinausgehen. Das hat mich begeistert. Nach einer kurzen Absprache war klar: von Ende April bis Juni steht mein Praktikum in der Unternehmenskommunikation an.

Als FSG-lerin auf Zeit schlage ich mich seither durch den gängigen Abkürzungs-Dschungel – von Abteilungen über Gebäude bis hin zu den 3-Letter-Codes der Destinationen – teile meinen Weg zur Arbeit mit Fluggästen und Gepäck und verbringe die Mittagspause auf der Besucherterrasse. In der Flughafen-Kommunikation habe ich meinen Schwerpunkt in der Redaktion. Hier unterstütze ich die Kolleginnen und Kollegen bei der Produktion des nächsten Flugblatt-Magazins (http://www.flugblatt-magazin.de/), recherchiere zum Flughafen und verwandten Themen und schreibe Texte für das Intranet. Besonders spannend ist es, mich in Themen einzuarbeiten, die mir in der Stadtverwaltung so nicht begegnen – zum Beispiel, wenn es um spezielles Airport-Wissen für das Intranet geht. Gleichzeitig lassen sich ab und zu aber auch Brücken schlagen, wie im Fall von Manfred Rommel. Der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister ist seit 2014 Namenspate des Flughafens und durch seine Verdienste Thema im Flugblatt-Magazin.

Außerdem schaue ich den anderen Teams der Abteilung über die Schulter, nehme an Besprechungen teil und begleite sie auf Terminen. Und ganz nebenbei kann ich dadurch natürlich auch Flughafenluft außerhalb des Büros schnuppern. Gleich zu Beginn meines Praktikums konnte ich die Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung im Airport-Tower besuchen, habe beim Zoll erlebt, wie Spürhund Spike für seine tägliche Arbeit, der Suche nach Rauschgift, trainiert und den Verkehrsleiter vom Dienst bei seiner Kontrollfahrt über die Rollwege sowie Start- und Landebahn begleiten.

Bei so viel Trubel sind die sechs Wochen Praktikum ruckzuck vorüber und bald bin ich wieder im Rathaus. Neben den vielen Einblicken nehme ich dann vor allem eines mit: Am Flughafen Stuttgart geht es um viel mehr als um Flugzeuge. 




07.06.2018

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