Meine Ausbildung am Flughafen - Kofferversteigerung und Erstflug (Teil 2)

Wie ich im ersten Teil schon berichtet habe, mache ich hier am Flughafen Stuttgart meine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Letztes Mal habe ich euch von dem Bewerbungsverfahren und wie meine ersten Tage hier waren, erzählt. Außerdem ist die Ausbildung sehr vielseitig, was vor allem an den Wechseln zwischen den unterschiedlichen Abteilungen liegt. Immer wieder lerne ich den Flughafen ganz neu kennen und bin bei Veranstaltungen wie zum Beispiel der Kofferversteigerung dabei.

„Kofferversteigerung, was ist denn eine Kofferversteigerung?“ Ich muss gestehen, dass das meine Reaktion war, als wir Azubis gefragt wurden, ob wir denn nicht Lust hätten bei der Kofferversteigerung dabei zu sein. Man kann sich denken, was es bedeutet, aber mir war nicht klar, dass es wirklich regelmäßig stattfindet und so ein großes Event ist. Aber tatsächlich gab es mehr als 60 Koffer, die seit mindestens sechs Monaten von keinem Passagier abgeholt und nun für einen guten Zweck versteigert wurden. Die Menschen kamen, um die Koffer zu ersteigern, um mit ihren Kindern das Kiddieland zu besuchen, die Zollhunde zu sehen, den Mentalkünstler zu bewundern und bei den Gewinnspielen ordentlich abzuräumen. Und ich war mitten drin. Natürlich war ich nicht dort, um Koffer zu ersteigern. Ich habe Parktickets abgestempelt, Wege gewiesen, Süßigkeiten verteilt und viele, viele Fragen beantwortet oder es zumindest versucht. Wir hatten alle eine Menge Spaß an diesem Tag.

Eine weitere Veranstaltung bei der ich mitwirken konnte, war der Erstflug. Ich war erst den zweiten Tag in der Abteilung Verkehrsmarketing, wurde aber sofort gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, an diesem Abend mit dabei zu sein. Da ich noch nie bei einem Erstflug dabei war und ich auch nicht wirklich wusste, was ich mir darunter vorstellen konnte, habe ich natürlich zugesagt. Jetzt weiß ich, dass man bei einem Erstflug nach Dubai nicht wirklich wegfliegt. Aber für die Leute, die wirklich nach Dubai geflogen sind, haben wir eine kleine Überraschung am Gate vorbereitet. Denn bei diesem Erstflug wurde Stuttgart das erste Mal durch einen Direktflug mit Dubai verbunden und das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Also gab es nach der Sicherheitskontrolle für die Passagiere am Gate Brezeln, Getränke, passende Deko und natürlich eine wunderschöne Torte. Diese ganzen Dinge mussten natürlich auch, genau wie die Passagiere, durch die Sicherheitskontrolle. Das war meine Aufgabe. Und jetzt stellt euch mal bitte vor: Ihr habt einen wunderschönen Blumenstrauß und eine aufwendig verzierte Torte und schiebt sie in das Röntgengerät und raus kommen nur noch Stängel mit abgerissenen Blüten und eine total zerstörte Torte. Genau das habe ich vor meinem inneren Auge gesehen, als ich diese beiden Sachen durch die Kontrolle bringen musste. Die Blumen waren da schon etwas einfacher, obwohl ich auch hier ohne eine helfende Hand aufgeschmissen gewesen wäre. Das schlimmste war die Torte. Die Torte war wunderschön verziert, hatte aber keinen Deckel, Schachtel oder irgendetwas in dieser Art. Wir standen zu fünft um diese Torte herum und haben uns überlegt, wie wir diese nun heil durch das Röntgengerät bekommen. Irgendwann haben wir dann den riesigen Karton mit kleinen Gummibärchenpackungen, den wir dabeihatten, ausgekippt, um die Torte dort reinzustellen. Ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, als ich die Torte auf der anderen Seite wieder in Empfang nehmen konnte und sie immer noch genauso schön war wie davor. Es hat also alles gut geklappt und ich habe eine lustige Geschichte zu erzählen.

Ich habe schon so viel erlebt, obwohl ich erst seit September 2017 am Flughafen Stuttgart bin. Also mir darf keiner mehr sagen, dass Büroarbeit langweilig ist!




14.03.2018

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