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Ökologisch verträglich

Der Betrieb eines Flughafens hat Auswirkungen auf die Umwelt. Die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) kann in unterschiedlichem Maße dazu beitragen, Lärm, Treibhausgase, Energieverbrauch und Abfälle zu reduzieren sowie angrenzende Gewässer und die biologische Vielfalt zu schützen. Wo wir Einfluss nehmen können, verringern wir unsere Umweltbelastungen konsequent. Die FSG hat dazu den Umweltschutz als strategisches Unternehmensziel verankert. Unsere Umweltpolitik gilt verbindlich für alle Mitarbeiter. Mit dem neuen, nach EMAS geprüften Umweltmanagementsystem steuern und verbessern wir unsere betrieblichen Umweltleistungen. Durch strategische Entscheidungen und technische Lösungen haben wir dabei in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht. Was wir uns für die Zukunft vornehmen, dokumentieren wir in unserem fairport-Programm.

Wer genauer wissen möchte, wie sich die FSG für Lärm- und Klimaschutz oder beim Energiemanagement engagiert, kann bei einer Flughafenführung zum Thema "Umwelt am Airport" einen Blick hinter die Kulissen werfen. Alle Daten und Fakten zur Umweltarbeit der Flughafengesellschaft sowie unsere Ziele für die Zukunft gibt es im aktuellen Bericht. Er beinhaltet auch unsere Umwelterklärung, die nach den strengen Kriterien von EMAS geprüft ist.

Flughafenführungen: Umwelt am Airport Neu denken. Bericht 2016

Lärmschutz

Flugzeuge starten und landen selbst 2017 noch nicht geräuschlos – auch wenn die durchschnittliche Lärmbelastung rund um den Stuttgarter Flughafen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken ist. Das zeigen unsere regelmäßigen Messungen, die wir 1969 als erster deutscher Flughafen einführten. Die FSG engagiert sich dafür, die Lärmbelastung für Anwohner so gering wie möglich zu halten. Für die Zeit zwischen 23 und 6 Uhr gelten besondere Nachtflugbeschränkungen. Mit lärmabhängigen Start- und Landeentgelten regen wir bereits seit den 1970er Jahren Airlines dazu an, möglichst geräuscharme Maschinen einzusetzen. Seit dem 1. Januar 2014 gilt eine neue Entgeltordnung, die 2013 vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg für den Flughafen Stuttgart genehmigt wurde.

Die Neuerung besteht in einer differenzierteren Unterteilung von bisher 6 in 12 Lärmklassen von Flugzeugtypen und in höheren Landegebühren für lautere Flugzeuge. Die verbesserte Technik – etwa bei den Triebwerken – macht die Flugzeuge deutlich leiser. Rund 60 Millionen Euro haben wir seit 1996 für Lärmschutz ausgegeben, weitere vier Millionen Euro werden folgen.


Unsere Fluglärmberichte veröffentlichen wir monatlich, die Deutsche Flugsicherung macht Flugrouten leicht zeitverzögert unter DFS-Stanly Track transparent. Der Lärmschutzbeauftragte für den Flughafen Stuttgart ist Angestellter des Landes und unter der Rufnummer +49 711 948-4711 zu erreichen.

Fluglärmbericht Schallschutzprogramm Flughafen Stuttgart Nachtflugbeschränkungen am Flughafen Stuttgart DFS-Stanly Track Lärmreduzierung am Flughafen Moderne Flugzeugtechnologie

Klimaschutz und Energie

Klimaschutz im Luftverkehr ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Flughafengesellschaft engagiert sich, wo sie kann und will den Landesairport bis 2050 sogar klimaneutral betreiben. Hierfür verbessern wir die Energieeffizienz unserer Anlagen, betreiben ein systematisches Energiemanagement und fördern emissionsarme Mobilität. Umweltfreundlichen Strom produzieren wir bereits seit Jahren über Fotovoltaikanlagen auf dem Gelände. Die von der FSEG auf dem Bosch-Parkhaus und dem Kombispeicher betriebenen Solarpanelen haben eine Gesamtfläche von 15.000 m2. Sie produzieren jährlich über 2,3 GWh Strom. Davon wird etwa ein Drittel selbst genutzt und zwei Drittel ins öffentliche Netz eingespeist. Mithilfe des 2013 in Betrieb genommenen Blockheizkraftwerkes wurden klimaschädliche Emissionen durch Energie- und Wärmeerzeugung um 23% reduziert. Seit 2014 bezieht die FSG ihren zugekauften Strom zu 100 % aus erneuerbaren Quellen.

Ganz leise und abgasfrei sind auf dem Vorfeld die Fahrzeuge der Elektro-Flotte unterwegs. Die Bodenabfertigung möglichst umweltschonend zu gestalten, ist ein erklärtes Ziel des Flughafens. Passagiere und ihr Gepäck sollen ab 2018 nur noch mit Elektrofahrzeugen und damit völlig abgasfrei transportiert werden. An unseren Ladestationen tanken neben E-Passagierbussen und E-Gepäckschleppern auch batteriebetriebene Vans, Frachtschlepper, Förderbänder, und ein Highloader Strom. Fahrzeuge, für die es noch keinen Elektroantrieb gibt, fahren mit synthetischem Diesel. Dieser senkt die CO2- und Luftschadstoff-Emissionen im Vergleich zu fossilem Diesel erheblich.

atmosfair am Flughafen Stuttgart efleet HY4 - Emissionsfreies Fliegen

Entsorgung und Recycling

Abfall wollen wir möglichst vermeiden – daher haben wir schon beim Einkauf entsprechende Richtlinien. Wo dies nicht möglich ist, verwerteten wir den Abfall wieder, und dies seit Jahren auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2016 betrug die Verwertungsquote der FSG 99 Prozent. Sortiert wird der Abfall unter anderem im betriebseigenen Abfallwirtschaftszentrum (AWZ). Neben den eigenen Abfällen der FSG werden dort auch die der anderen Unternehmen auf dem Flughafengelände entsorgt. Rund 60 unterschiedliche Abfallsorten finden ihren Weg dorthin. Der Gummiabrieb, der bei Start und Landungen von Maschinen auf der Bahn zurückbleibt, geht in die thermische Verwertung und der bei Mäharbeiten anfallende Grünschnitt an die Biogasanlage in Leinfelden-Echterdingen.

Mit dem Bestreben die Verwertungsquote immer weiter zu erhöhen, trennt die FSG seit Ende 2014 selbst Zigarettenstummel vom restlichen Müll. Pro Woche landen am Flughafen tausende gerauchte Zigaretten in den Aschenbechern. Die gesammelten Zigarettenreste werden an das Recyclingunternehmen TerraCycle übergeben, das sich um die Verwertung der Bestandteile wie zum Beispiel der Zigarettenfilter kümmert.

Gewässerschutz

Seit den 1990er Jahren hat die FSG über 120 Millionen Euro für den Schutz des Grundwassers und der öffentlichen Gewässer ausgegeben, deren Qualität sich stetig verbessert hat. Das Entwässerungssystem ist komplex: Insgesamt 3.900 Schächte und 250 Kilometer Kanäle leiten das Abwasser in verschiedene Klär- und Rückhaltebecken, wo es entsprechend weiterbehandelt wird. Ein so genannter Schwebebett-Reaktor sorgt dafür, dass sich der Kohlenstoffgehalt des anfallenden Enteisungsabwassers vermindert. Zum Schutz der Umwelt setzen wir chemische Enteisungsmittel erst dann ein, wenn sich Schnee und Eis nicht mechanisch beseitigen lassen. Als Anreiz für eine möglichst umweltfreundliche Enteisung der Flugzeuge führte der Flughafen Stuttgart in der Wintersaison 2012/2013 ein Abwasserbehandlungsentgelt ein, welches sich an der Menge des eingesetzten Enteisungsmittels orientiert.

Nachhaltiges Bauen

Der Flughafen Stuttgart ist ein attraktiver Standort für Unternehmen. Bedarfsgerecht entwickelt die FSG seit vielen Jahren die Flächen für Büro- und Handelsimmobilien auf ihrem Gelände qualitativ weiter – und dies aus Platzgründen vor allem in die Höhe. Heute umfasst der gesamte Bestand etwa 550.000 m², die Parkhäuser mit eingerechnet. Das im Bau befindliche Businessquartier Stuttgart Airport City sorgt für zusätzliche Kapazitäten. Als bundesweit erste Flughafengesellschaft haben wir das gesamte Quartier nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) vorzertifizieren lassen. Neben technischen und wirtschaftlichen Faktoren legt die FSG bei allen Bauprojekten besonderen Wert auf ökologische und soziokulturelle Aspekte und bezieht diese von Anfang an in die Planung mit ein. Unsere eigenen Mitarbeiter zogen Anfang 2016 in das neu erbaute Verwaltungsgebäude „SkyPort“. Der sechsstöckige Bau ist nach dem Gold-Standard der DGNB zertifiziert.

Stuttgart Airport City

Biologische Vielfalt

Dicht wachsende Wiesen helfen dabei, den Vogelschlag, also die Kollision von Flugzeugen und Vögeln, zu verhindern. Durch spezielle Mähtechniken bleibt immer ein Streifen langes Gras neben einem Streifen kurzem stehen. Zudem werden seit April 2010 artenarme Wiesen mit einem speziellen mineralischen Dünger gedüngt um eine artenreiche Vegetation zu entwickeln. Ohne Lücken im Gras sind Beutetiere weniger gut sichtbar. Mit knapp 200 Hektar besteht rund die Hälfte des Flughafengeländes aus Grünfläche. Damit existiert am Flughafen Stuttgart das größte zusammenhängende Biotop auf den Fildern. Bei der jährlichen Analyse der Flughafenmahd durch Wissenschaftler der Universität Hohenheim zeigte sich bislang stets, dass das Gras unbelastet ist. Gleiches gilt für den Honig, den die FSG auf ihrem Gelände im Rahmen eines Biomonitorings produziert. Im April 2012 siedelte die FSG vier Bienenvölker im Westen des Vorfelds an, weitere zehn kamen im Laufe der Jahre dazu. Bienen reagieren sensibel auf Schadstoffe. Der produzierte Honig trägt dazu bei, die Luftqualität rund um den Airport zu kontrollieren.

Biomonitoring mit Bienen

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