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Elektromobilität am Flughafen Stuttgart

250.000 Liter Diesel hat der Flughafen Stuttgart allein 2016 eingespart, weil immer mehr Elektro- anstelle von Dieselfahrzeugen zum Einsatz kommen. Das reduziert die lokalen Emissionen am Airport deutlich und hat damit sowohl positive Auswirkungen auf die Umwelt als auch auf das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter auf dem Vorfeld. Denn: E-Fahrzeugen sind ohne Abgase und leise unterwegs.

Bereits 1991 setzte die Flughafengesellschaft die erste Generation eines verbrauchsarmen Hybrid-Gepäckschleppers auf dem Vorfeld ein und legte damit den Grundstein für eine kontinuierliche Umstellung auf Stromer. Seither lautet die Devise: Wo immer Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Betriebssicherheit ineinandergreifen, setzt der Flughafen Stuttgart auf Elektromobilität. Durch verschiedene Forschungsprojekte haben wir die Praxistauglichkeit von Abfertigungsgeräten mit elektrischem Antrieb untersucht und unsere Flotte über die Jahre hinweg stetig vergrößert. Ein Zwischenziel auf dem Weg zum klimaneutralen Flughafen werden wir 2018 erreichen. Dann soll unser kompletter Passagier- und Gepäcktransport batteriebetrieben und abgasfrei sein.

scale-up! – die Elektroflotte wächst

Bis 2020 will der Flughafen Stuttgart die CO2-Emissionen aus dem Abfertigungsbetrieb um 80 % gegenüber 2009 reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die bestehende E-Flotte des Flughafens innerhalb von drei Jahre um 40 zusätzliche Geräte erweitert werden. Das realisieren wir im Projekt scale-up!.

Unsere Praxiseinsätze haben gezeigt, dass Elektrofahrzeuge bestens für den Abfertigungsbetrieb geeignet sind. Zum einen, weil die Wegstrecken am Airport kurz sind. Ein Passagierbus zum Beispiel legt auf dem Vorfeld nur circa sechzig Kilometer am Tag zurück. Zum anderen aber auch, weil nachts und in den Pausen zwischen den Arbeitsschichten Zeit bleibt, um die Batterien regelmäßig wieder aufzuladen. scale-up! knüpft an das bereits abgeschlossene Projekt efleet an und wird durch eine größere Anzahl an Fahrzeugen umfangreichere Daten liefern. Das soll konkrete Aussagen über die ökologischen und wirtschaftlichen Effekte von batteriebetriebenen Abfertigungsgeräten im Flughafenbetrieb zulassen, zum Beispiel über die Ladedauer. Der gesamte Lebenszyklus der Elektrofahrzeuge wird dabei berücksichtigt. Die Ergebnisse sollen auf andere Flughäfen weltweit übertragbar sein.

Projektzeitraum: 01. September 2016 bis 31. August 2019

Ziele:

  • Inbetriebnahme von 40 weiteren Elektrofahrzeugen und Aufbau der Ladeinfrastruktur
  • Erhebung von Daten, die Aufschluss über Technologiereife, Betriebsverhalten sowie Wirtschaftlichkeit und ökologische Wirkung von Elektrofahrzeugen geben sollen
  • Ganzheitliche Ökobilanzierung von batteriebetriebenen Abfertigungsfahrzeugen
  • Untersuchung der Zusammenhänge zwischen E-Flotten und deren Auswirkung auf die Energieversorgung
  • Entwicklung einer Roadmap für den weiteren Ausbau der Elektromobilität am Flughafen Stuttgart

Projektpartner:

               

Förderprogramm:

Li-Fleet – Batterien im Test

Die bisher am Flughafen Stuttgart verwendeten Blei-Säure-Batterien haben sich im Abfertigungsalltag bewährt. Um ein alternatives Energiespeichersystem zu testen, wurde in dem Pilotprojekt Li-Fleet die Vorfeldflotte durch einen Lithium-Ionen-Gepäckschlepper erweitert. Untersucht wurde zum Beispiel, inwieweit sich die beiden Speicherzellen hinsichtlich ihrer Lebensdauer und Ladezeit unterscheiden. Während des Projekts wurde außerdem ein Leitfaden für andere Unternehmen erarbeitet, der eine Umstellung auf elektrische Antriebe erleichtern soll.   

Projektzeitraum: 15. Dezember 2015 bis 30. Juni 2017

Ziele:

  • Unternehmen auf den Strukturwandel hin zu batteriebetriebenen Sonderfahrzeuge vorbereiten
  • Erarbeitung und Umsetzung eines Leitfadens für die Umstellung auf Elektrofahrzeuge und neue Batterietechnik

Projektpartner:

Förderprogramm:

CO2-neutraler Passagiertransport an europäischen Flughäfen – E-Busse im Fokus

Am Flughafen Stuttgart bringen größtenteils Busse die Passagiere zu ihrem Flugzeug und zurück zum Terminalgebäude. Für das Projekt Decarbonised passenger transport at European Airports hat der Airport sechs Busse des Models eCobus3000 beschafft, um zu testen, ob der gesamte Fluggasttransport mit Stromern zu bewältigen ist. Die Ergebnisse zeigen: das geht! Gleichzeitig wurde mit Hilfe der Europäischen Union Schnellladegeräte und eine elektrische Infrastruktur aufgebaut.

Projektzeitraum: 01. Oktober 2014 – 31. Dezember 2016

Ziele:

  • Ermittlung der Verfügbarkeit von E-Passagierbussen und Ladeinfrastruktur
  • Berechnung der Gesamtbetriebskosten
  • Untersuchung der Energieeffizienz und CO2-Einsparungen
  • Nachweis einer Übertragbarkeit auf andere EU-Flughäfen

Ergebnisse:

  • Keine betrieblichen Einschränkungen beim Passagiertransport (Störungsfrei wie 1:1 Diesel)
  • Verbesserung der Energieeffizienz um bis zu 70 %
  • Verfügbarkeit vergleichbar zur Dieselreferenz
  • Hohe Fahrerakzeptanz
  • Gute Übertragbarkeit der Ergebnisse in Stuttgart auf andere EU-Flughäfen

Förderprogramm:

efleet – Beginn der Elektrifizierung

Im Jahr 2011 sah man Elektroautos nur ganz vereinzelt auf der Straße. Die Bundesregierung rief darum das Schaufensterprogramm Elektromobilität ins Leben, damit sollten batteriebetriebene Fahrzeuge in Unternehmen und der Gesellschaft sichtbar gemacht werden. Mit efleet startete der Flughafen Stuttgart gemeinsam mit anderen Projektpartnern ein Modellvorhaben in diesem Programm. Um die Antriebstechnik im Abfertigungsbetrieb zu testen, beschaffte der Landesflughafen sechs Elektrofahrzeuge und ebenso viele Ladepunkte. Dazu gehörten Pushbacks, Förderbänder, Gepäck- und Frachtschlepper sowie Passagierbusse. Die wirtschaftlichen und ökologischen Effekte von Stromern wie zum Beispiel ihre Lebenszykluskosten sollten durch den Einsatz festgestellt werden.

Während des dreijährigen Flottenprojekts schleppten die batteriebetriebenen Abfertigungsgeräte rund 12.000 Flugzeuge, transportieren circa 1,5 Millionen Gepäckstücke und beförderten etwa 300.000 Passagiere. Das Schaufenster für Elektromobilität am Airport zeigte, dass sich Flughäfen bestens für den Einsatz von batterie-elektrischen Fahrzeugen eignen.

Projektzeitraum: 01. März 2013 – 29. Februar 2016

Ziele:

  • Erschließung geeigneter Ladeinfrastruktur
  • Erfassung technischer Daten während des Abfertigungsbetriebs
  • Ermittlung der Gesamtbetriebskosten und der Umweltauswirkung der Fahrzeuge im Vergleich zur jeweiligen Dieselreferenz

Ergebnisse:

  • Eignung der Fahrzeuge im Zwei-Schichtbetrieb
  • Verbesserung der Energieeffizienz gegenüber Dieselmotoren um 50 % bis 80 %
  • Vergleichbare und teilweise bessere Verfügbarkeit als bei Dieselfahrzeugen
  • Lebenszykluskosten sind mit Bleisäurebatterien geringer und mit Lithiumbatterien höher als bei herkömmlichen Antrieben
  • Hohe Fahrerakzeptanz
  • Erhebliche Geräuschminderung in der Bodenabfertigung
  • Flughäfen sind aufgrund kurzer Fahrstrecken prädestinierte Anwendungsgebiete für die Elektromobilität 

Projektpartner:

Förderprogramm:

Ansprechpartner

Martin Hofmann

Projektleiter Elektromobilität

efleet@stuttgart-airport.com

Theresa Diehl

Nachhaltigkeitskommunikation

fairport@stuttgart-airport.com

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