Vom STR ins Himalaya

Einmal das Dach der Welt sehen – das war schon immer mein Traum. Praktisch, dass es vom Stuttgarter Flughafen aus nicht nur eine schnelle, sondern auch eine der preiswertesten Verbindungen nach Nepal gibt. Mit Turkish Airlines ging es für uns zunächst nach Istanbul, wo wir das Flugzeug wechselten. Fürs Umsteigen hatten wir fast zwei Stunden Puffer und somit genügend Zeit für eine Tasse türkischen Tee. Die Koffer sahen wir am Atatürk-Airport gar nicht – um das Verladen kümmert sich bei Transit-Flügen in der Regel die Airline.

Der Landeanflug auf Kathmandu ist spektakulär, beim Blick aus den Fenstern sieht man die atemberaubende Skyline des Himalaya mit den schneebedeckten Gipfeln der Berge. Nur zwölf Stunden nach dem Abflug in Stuttgart landeten wir. Schon beim Aussteigen am Tribhuvan International Airport wird klar: Das ist eine andere Welt. Passagiere können einfach so übers Vorfeld laufen, und die Abfertigung der Flugzeuge wird mit Traktoren erledigt. Alles erinnert an einen kleinen Regionalflughafen.

Zu Fuß durchs Gebirge
Mit dem Taxi fuhren wir vom Flughafen in die Mitte von Nepals Hauptstadt Kathmandu, die von Kontrasten, vielen verschiedenen Gerüchen und Geräuschen sowie bunten Farben geprägt ist. Um alte hinduistische Tempel fahren hupende Mopeds. Mönche in traditionellen Gewändern laufen ebenso durch die Straßen wie Touris in Trekkingbekleidung. Und neben handgemachten Töpfereien gibt es rosa Kitsch aus Plastik zu kaufen. Neben den kulturellen Eindrücken hat die Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten, zum Beispiel „Swayambunath“: Auf einer Anhöhe mit tollem Blick auf das Kathmandu-Tal tummeln sich rund um 2.500 Jahre alte hinduistische Tempel und eine goldene buddhistische Stupa wilde Rhesus-Affen, weshalb die Anlage auch „Monkeytemple“ genannt wird.
Mit vielen Eindrücken im Gepäck starteten wir nach vier Tagen in der Stadt einen Trek zum Annapurna Base-Camp (4.200m). Ständig änderte sich auf dem wunderschönen Weg die Landschaft sowie die Flora und Fauna. Die Wanderung führte durch Urwälder, Reisfelder, vorbei an Wasserfällen und Gebirgsbächen. Beeindruckend finde ich die Lebensweise der Menschen in den Bergdörfern: Kein motorisiertes Fahrzeug schafft es in diese Gegenden und alle Ressourcen werden entweder selbst angebaut oder von Trägern und Mulis in die höhergelegenen Orte transportiert. Das Highlight des Treks war schließlich das Erwachen im Base-Camp, das wir nach zehn Tagen erreichten. Hinter dem Bergpanorama der Achttausender erhob sich langsam die Sonne und färbte die Wolken rosa.

Affe am Airport
Nach drei Wochen in einer anderen Welt erlebten wir am Flughafen kurz vor dem Heimflug noch ein unerwartetes Highlight. Im Gatebereich klaute sich ein kleiner Affe, der unerwünschter Weise über das Vorfeld ins Flughafengebäude eingedrungen war, an einem Shop zwei Bananen und verspeiste sie gemütlich, bis ein Security-Mitarbeiter den tierischen Gast wieder aufs Vorfeld jagte – sowas sollte mal in Stuttgart passieren :-)




07.02.2017

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