Visit Vietnam - der Norden (1)

Es war schon 23 Uhr abends, als wir müde unser Hotel mitten in der Altstadt von Hanoi betraten und nur noch ins Bett fallen wollten. Doch Annie, die an der Rezeption unseres Hotels arbeitete, begrüßte uns so herzlich mit einem frisch gepressten Maracuja-Ananassaft, einem Stadtplan und einer Menge Insider-Tipps, dass wir am liebsten direkt mit der Erkundung der Stadt begonnen hätten. Sie zeichnete in unseren Stadtplan ein, an welcher Ecke es die beste Pho (dazu später mehr), das beste Eis und die schönste Parkbank gibt und verschonte uns mit den typischen Sehenswürdigkeiten, die sowieso auf unserer Liste standen.

Verrückter Verkehr

Am nächsten Tag konnten wir es nicht erwarten, uns ins Getümmel der vietnamesischen Hauptstadt zu stürzen. Die Altstadt von Hanoi ist ein einziges Labyrinth aus unzähligen kleinen Gassen, die ineinander führen, oder auch mal abrupt aufhören. Aber es macht viel Spaß sich in diesen zu verlieren und sich von den Eindrücken und leckeren Essensdüften leiten zu lassen. Die erste Herausforderung kam auf uns zu, als wir die Straße überqueren wollten. Der Verkehr in Vietnam wirkte auf uns wie ein einziges Chaos. Gefühlt 4 Millionen Mofas und ein paar Autos fahren in einem unaufhörlichen Strom über breite Straßen und weit und breit gibt es weder Ampeln noch Zebrastreifen. Die Vorstellung die Straße ohne Ampel zu überqueren versetzt einen in komplette Panik und man verabschiedet sich langsam von der Idee, jemals die andere Straßenseite zu erreichen. Doch die Lösung ist ganz einfach: Einheimischen zugucken und von ihnen lernen. Ruhig loslaufen, ein konstantes Tempo halten, nicht hektisch werden und weder vor- noch zurückrennen und siehe da, der fließende Verkehr bahnt sich seinen Weg um den Menschen herum. Nachdem wir zehn Minuten am Bordstein standen, trauten auch wir uns und nach dem vierten, fünften Mal verstanden wir die anfänglichen Schwierigkeiten selbst nicht mehr 😉.

Von Egg-Coffee bis Bohnen-Nachtisch

Eins der besten Dinge an Vietnam ist definitiv das Essen. Zum Beispiel die anfangs erwähnte Pho – Vietnams Nationalgericht: Eine würzige Rinderbrühe mit Reisbandnudeln, hauchdünnen Rindfleischscheiben, Sojasprossen und viel frischem Koriander, Chili und Limettensaft. Letztere Zutaten werden immer auf einem Extrateller serviert, sodass sich jeder seine Speisen nach Belieben würzen und verfeinern kann. Durch die vielen frischen Kräuter und das Gemüse schmeckt alles sehr frisch und leicht und dabei trotzdem sehr intensiv. Ein Geschmackserlebnis sind auch die Desserts mit eingelegten Bohnen – was sich zunächst etwas befremdlich anhört, schmeckt in Kombination mit frischem Kokosnusseis und exotischen Früchten einfach nur köstlich. Oder Egg Coffee: Kaffee mit rohem Eigelb und gesüßter Kondensmilch – einer der cremigsten Kaffees, den ich je getrunken habe. Um in den Genuss all dieser Leckereien zu kommen, kann ich nur empfehlen eine Street Food Tour zu machen. Unser Guide Pixie war eine einheimische Studentin und hat uns Speisen gezeigt, die wir selbst sicher nicht probiert hätten – denn die Schilder/Menüs in den Garküchen sind meist nur vietnamesisch und optisch ist oft nicht auszumachen, was man da vor sich hat.

Neben gutem Essen kann man in Vietnam aber natürlich auch eine Menge unternehmen. So besuchten wir unter anderem die weltberühmte Halong-Bucht. Die grün bewachsenen Kalksteinfelsen, die aus dem Wasser ragen, sind in der Realität natürlich noch viel beeindruckender als auf Bildern. Doch diesen Anblick muss man mit vielen anderen Urlaubern teilen und dementsprechend sieht man ungefähr genauso viele Schiffe wie Felsen im Wasser – dessen muss man sich bewusst sein. Weniger touristisch waren unsere Erlebnisse im Süden. Was wir dort gemacht haben, lest ihr im zweiten Teil.




06.02.2018

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