Dolce vita in Apulien

Italien – dabei denkt man meistens an Rom, Florenz, Venedig oder den Gardasee. Bari, Alberobello, Ostuni oder Polignano in der wunderschönen Region Apulien hat man eher weniger auf dem Schirm. Doch das völlig zu Unrecht! Apulien befindet sich am Stiefelabsatz der italienischen Landkarte und auch ich selbst habe nur zufällig von einer Freundin mehr über die Region erfahren. Nach ihren Berichten war ich aber sofort Feuer und Flamme süditalienische Luft zu schnuppern.

Mit Eurowings ab Stuttgart erreicht man Bari, die Hauptstadt von Apulien, schon in ca. eineinhalb Stunden. Vor Ort angekommen haben wir direkt ein Auto gemietet, da der öffentliche Nahverkehr nicht besonders gut ausgebaut ist. Damit verlässt man Bari am besten gleich und reist weiter in eine der malerischen Kleinstädte – in unserem Fall: Monopoli.

Den meisten als beliebtes Brettspiel bekannt, steht der Name eben auch für die kleine apulische Küstenstadt mit uraltem historischen Stadtkern. Am besten beginnt man einen typischen Urlaubstag in Monopoli in einem der vielen Cafés mit einem Cappuccino und einem „Cornetto con Crema“ – ein mit Vanille-, Schoko- oder Pistaziencreme gefülltes Hörnchen. Danach kann man wunderbar durch die verwinkelten Gassen flanieren, sich zwischendrin das wohl cremigste Eis der Welt gönnen, baden gehen, sich anschließend einen kühlen „Aperitivo“ genehmigen und den Abend schließlich mit einem köstlichen italienischen Essen abrunden.

Denn die apulische Küche bietet viel mehr als Pizza und Pasta. Es gibt Fisch und Meeresfrüchte in diversen Ausführungen und in hervorragender Qualität, da alles superfrisch direkt aus dem Meer in die Küchen der Restaurants wandert. Typische regionale Produkte sind „Orecchiette“ (die kleinen, muschelförmigen Nudeln) und „Focaccia“, die mittlerweile auch bei uns populär sind. Eher unbekannt ist „Stracciatella“. Nein, damit ist in Apulien nicht das Eis gemeint, sondern in feine Fäden gezupfter Mozzarella, der mit frischer Sahne vermischt ist. Diese köstliche Kalorienbombe wird auf Brot, Pizza oder Nudelgerichten serviert und ist ein wahres Geschmackserlebnis. Zudem ist Apulien eine fantastische Weinregion – die dicken Weinkarten in den Restaurants machten die Entscheidung nicht leicht, doch meistens begleitet der intensive Rotwein „Primitivo“ unser Abendessen.

Monopoli bietet eine optimale Basis um den nordwestlichen Teil von Apulien zu erkunden. Dank des Mietautos waren wir sehr flexibel, und nachdem wir uns ein bisschen mit der italienischen Fahrweise vertraut gemacht haben (was bedeutet einfach alle bekannten Verkehrsregeln über Bord zu werfen 😉), konnten wir jeden Tag eine andere Stadt besuchen. Zum Beispiel Alberobello, ein Ort, der von Rundhäusern mit kegelförmigem Dach, den sogenannten „Trulli“, geprägt ist und an Schlumpfhausen erinnert. Oder Ostuni, die „weiße Stadt“, die auch zur griechischen Insel Santorini gehören könnte. Oder Polignano a Mare, eine Stadt, die auf Felsklippen direkt über dem Meer thront. 

Wer also eine Woche „Dolce Vita" pur möchte, dem kann ich empfehlen, sich direkt in den nächsten Flieger Richtung Apulien zu setzen – ich würde es sofort wieder tun!




09.11.2017

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