Umweltführungen am Airport

„Umweltschutz und Flughafen – ist das nicht ein Widerspruch?“ Das war meine spontane Frage, als mich eine Mitarbeiterin der Pressestelle des Stuttgarter Flughafens im August 2013 anrief und fragt, ob ich nicht Interesse hätte, Umweltführungen durchzuführen. Schließlich musste ich mich als ehemals leitender Angestellter für die Bereiche Planen und Bauen in der Nachbarstadt Filderstadt über viele Jahre hinweg eher kritisch mit dem Flughafen auseinandersetzen. Die Bedürfnisse des Flughafens sowie des Natur- und Umweltschutzes wurden abgewogen und haben meistens zu einem guten Ergebnis geführt. Diesen Schwerpunkt meiner langjährigen Arbeit wollte ich gerne weiterführen. Inzwischen vermittele ich die verschiedenen Aspekte des Umweltschutzes mit Engagement und Freude an der Arbeit.

Flugzeuge machen Lärm und stoßen Abgase aus. Insofern verbindet man einen Flughafen nicht unmittelbar mit Umweltschutz. Natürlich kann der Flughafen auf die Auswirkungen der Flugzeuge nicht direkt einwirken, aber er kann in seiner Verantwortung umwelttechnisch eigene Standards setzen und realisieren. Die verschiedenen Aspekte wie zum Beispiel die neuen lärm- und schadstoffbezogenen Start- und Landegebühren, die emissionsfreie Mobilität, den Lärmschutz, die mögliche Kompensation der Emissionen sowie die Artenvielfalt der Grünflächen stelle ich vor und hoffe auf nachhaltige Wirkung bei den Teilnehmern. Hilfreich dabei ist der Umweltparcours, der auch auf spielerische Weise die Inhalte vermittelt.

Die Führung dauert ca. 2 Stunden. Starts und Landungen werden aus nächster Nähe beobachtet und der auftretende Fluglärm mit einem Gerät gemessen. Zum Abschluss bietet sich die Möglichkeit, auf dem Dach des Bosch-Parkhauses eine Photovoltaikanlage zu besichtigen. Dieses Solarkraftwerk versorgt ca. 280 Vier-Personen-Haushalte mit elektrischem Strom. Außerdem kann man von dort aus bei guter Sicht das herrliche Panorama des Albtraufs genießen.

Meine Fähigkeit, mich auf die unterschiedlichsten Gruppen einstellen zu können, kommt mir bei den Führungen sehr zugute. Jede Gruppe hat spezifische Interessen, auf die ich eingehen muss. Möglichst viele Teilnehmer will ich „mitnehmen“ – das ist mein persönlicher Anspruch. Das ist eine Herausforderung, aber sie macht mir Freunde.

Ein Beispiel: Ich erläutere die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auf den fast 200 ha großen Grünflächen. Dazu gehören auch die Bienenvölker. „Ist der Honig wegen der Belastungen durch die Abgase denn überhaupt genießbar?“ werde ich manchmal gefragt. Ich verweise dann auf die guten Ergebnisse der Untersuchungen an der Universität Hohenheim – und freue mich, dass ich damit zeigen kann, dass die Bedenken unbegründet sind.

Die Anfahrt zu meinen Führungen erfüllen die Ansprüche des Umweltschutzes übrigens voll und ganz. Von meinem Wohnort Plattenhardt fahre ich fast immer mit dem Fahrrad zum Flughafen….




30.09.2014

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