Der Airport aus der Luft

Seit dreieinhalb Jahren arbeite ich nun in der Pressestelle der Flughafen Stuttgart GmbH – und organisiere unter anderem das jährliche Luftbild vom Airport. Das Spannendste ist, dass man auf dem Bild genau sieht, was sich auf dem Gelände innerhalb der letzten zwölf Monate getan hat. Klar ist, dass die Nachbargemeinden drauf sein sollen. Klar ist auch, dass das Bild im Sommer gemacht wird – eine verregnete, brau-graue Landschaft will wohl keiner sehen… Das nötige Quäntchen Glück gehört also dazu. Den Kleinflieger können wir schließlich nicht mehrere Tage blockieren und auf gutes Wetter warten.

Dieses Jahr hat alles auf Anhieb gepasst. Und auch ich hatte Dusel: Ich durfte mitfliegen :-) Ich war noch nie mit einem kleinen Flieger in der Luft. Vorwarnungen vor dem Flug mit der Cessna gab’s genügend – von wegen Achterbahn, schwindelfrei und Spucktüten einpacken… Solch ein Highlight meines Berufslebens am Airport lasse ich mir aber trotzdem nicht entgehen. Mulmig ist mir dann doch geworden als ich mit Fotograf und Pilot in diese Mini-Maschine eingestiegen bin. Die Seitenwände sind nicht wirklich dick, die Tür wird wie eine Autotür geschlossen (besonders verriegelt ist sie nicht). Außerdem ist der Boden ganz schön nah. Aber gut, ich saß drin und Aussteigen gab’s nicht.

Abflug

Da wir wie alle anderen Flieger auf die Fluglotsen im Tower hören mussten, standen wir erst mal am Rand der Start- und Landebahn. Wir wurden dann dazwischengeschoben. Ich weiß, Lotsen und Piloten haben das im Griff, aber die Maschine vor uns hatte kaum den Boden verlassen, auf der anderen Seite war die nächste im Anflug – und wir gehen trotzdem auf die Piste. Zwei Minuten später hatte ich mein Vertrauen in die Profis wiedergefunden: So schnell wie die Cessna hochging und abdrehte, konnten wir gar niemandem in die Quere kommen.

In der Luft war sämtlicher Bammel schnell verflogen, weil einfach nur genial! Durch die geringe Höhe sieht man natürlich viel mehr Details als aus einer großen Maschine. Über den Degerlocher Wald und den Fernsehturm hinweg bewegten wir uns in Richtung Stuttgart. Wir mussten nämlich Höhe gewinnen, um nachher beim Überflug vom Airport gleich in der richtigen Position für das Bild zu sein.

Abdrücken

Von rund 5.000 Fuß aus drückt Fotograf Maks Richter dann ab – durch das offene Fenster des schräggestellten Fliegers. Ganz schön frostig in dieser Höhe… Mein Foto-Handy hab ich natürlich auch rausgezogen. Das war wie im Urlaub: Man macht 1.000 Bilder von ein und demselben Motiv, denkt jedes Mal „jetzt sieht’s aber gaaaanz anders aus“, die Ernüchterung kommt am Rechner: Bei achtzig Prozent der Bilder ist kaum ein Unterschied erkennbar :-(

Eine knappe Dreiviertelstunde waren wir in der Luft. Nach drei Runden um den Airport, hatten wir das neue Bild im Kasten. Das hieß: Abmarsch für uns und wieder landen. Ein Moment, in dem mein Puls erneut hochschoss, ich würde aber jederzeit wieder einsteigen!

Erlebnisse dieser Art sind im Arbeitsalltag zwar selten, aber sie kommen vor und sind eine prima Würze für den Job am Schreibtisch. Jetzt geht es weiter mit anderen spannenden Aufgaben: Die Facebook-Fans und Twitter-Follower warten auf Infos vom Airport, und auch das neue Flugblatt wartet, …




22.06.2011

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