Von Bundeswehr zum fairport STR

„Manchmal muss man einfach gegen den Strom schwimmen, um etwas zu erleben.“ Und das habe ich getan. Mein Name ist Skadi Stier und ich bin 24 Jahre alt. Im Rahmen meines Studiums mache ich derzeit mein Praktikum in der Pressestelle am Flughafen Stuttgart und bin im Nachhaltigkeitsbereich tätig. Ursprünglich gelernt habe ich jedoch Fluggerätmechanikerin für Instandhaltungstechnik bei der Bundeswehr.

Begonnen hat alles während meiner Schulzeit mit einer Berufsorientierungswoche, in der ich den Beruf des Fluggerätmechanikers im Fliegerhorst Erding kennenlernen durfte. Nach meinem Mittlere-Reife-Abschluss habe ich mich dazu entschieden, eine zivile Ausbildung dieser Fachrichtung bei der „WTD 61“ zu beginnen und bin dazu ins ca. 220 Kilometer entfernte Ingolstadt (Oberbayern) gezogen. Die Abkürzung WTD61 steht für Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftgerät bei der Bundeswehr.

Als eines von drei Mädchen komplettierte ich unser 14-köpfiges Lehrjahr, das sich nun darauf freute, die ersten Flieger zu „zerlegen“. Aber auf die anfängliche Euphorie folgte eine rasche Ernüchterung, denn zunächst hieß es die Grundfähigkeiten der Metallbearbeitung zu erlernen. Also feilten, sägten, hämmerten und bohrten wir, was das Zeug hielt, damit aus sperrigem U-Stahl ein schönes selbstgebautes Flugzeugmodell wird. Natürlich kamen auch das Drehen, Fräsen und Nieten nicht zu kurz, denn schließlich gehört auch das zu einer vollständigen Mechanikerausbildung.

Im zweiten Lehrjahr ging es dann endlich an die Flugzeuge. Um den richtigen Umgang am Fluggerät zu lernen, gab es eine eigene Ausbildungshalle, in welcher wir Azubis an ausgemusterten Jets (Mc Donnell F-4 Phantom, Panavia 200 Tornado und Lockheed F-104 „Starfighter“) unsere Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten.
Viele Drahtsicherungen und „Probe“-Reparaturen später, ging es im dritten Lehrjahr raus in den wirklichen Flugbetrieb. Es folgte eine spannende Zeit in allen Bereichen unseres Ausbildungsstandortes WTD61 Manching. Dazu gehörten Jets, aber auch Hubschrauber und Transportflugzeuge.

Nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung und dem bestandenen Feldwebel-Eignungstest ging es für mich im Anschluss weiter nach Schleswig-Holstein zur Eignungsübung (früher Grundwehrdienst), denn inzwischen hatte ich mich entschlossen, die Laufbahn des Zeitsoldaten näher kennenlernen zu wollen. Es folgten vier ereignisreiche, spannende Monate der Eignungsübung, in denen ich viel dazugelernt habe. Die ersten zwei Monate verbrachte ich zur Grundausbildung im schönen (und abgelegenen) Örtchen Heide in Schleswig-Holstein. Auf dem täglichen Plan standen Unterrichtseinheiten, Schießübungen und Märsche. Danach ging es für mich weiter nach Mecklenburg-Vorpommern. Am Standort Rostock-Laage arbeitete ich weitere zwei Monate als Mechanikerin der Rettungs- und Sicherheitssysteme am Luftfahrzeug.

Bevor ich mich dazu entschloss, meine Tätigkeit bei der Bundeswehr zu beenden, um mein Abitur nachzuholen und zu studieren, durfte ich eine kurze Zeit im Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe in Köln verbringen, wo ich die Tätigkeiten eines Pressemitarbeiters kennen- und mögen gelernt habe.

…Gesagt, getan!

Da war ich nun: Gerade eben noch Frau Stabsunteroffizier und nun inmitten des Schulhofs der Technischen Oberschule Stuttgart, um mein Abitur nachzuholen. Diesmal als einziges Mädchen in der Schulklasse habe ich gewisse Privilegien als „Henne im Korb“ sehr genossen. Nachdem ich mein Abitur in der Tasche hatte, fehlte nur noch das Studium. Also ging es auf nach Nürtingen an die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt. Hier studiere ich seit dem Wintersemester 2013/14 Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Im Rahmen meines Praxissemesters und aufgrund meiner vorherigen Ausbildung fiel mir die Entscheidung, wo ich denn mein Praktikum am liebsten machen würde, nicht schwer - am Flughafen Stuttgart!

Nach dem Bewerbungsvorgang und meinem Bewerbungsgespräch kam kurze Zeit später auch schon die Zusage, worüber ich mich riesig gefreut habe. Und nun bin ich hier, in der Presseabteilung, gespannt und neugierig auf alles, was mich in meiner Zeit erwarten wird und was ich erleben darf.

Ich freue mich, ein Teil des Teams zu sein! :-)




14.10.2015

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