Rhetorikschulung für alle

Ein Seminar selbst leiten? Das klingt nach einer ganz schönen Herausforderung – und diese stellte sich mir in meinem Praktikum am Flughafen. In vier Tagen sollte ich 20 Auszubildenden verschiedene Möglichkeiten zeigen, wie man Präsentationen interessant gestalten kann. Wie mir ein Rhetorikkurs dabei geholfen hat, erzähle ich Ihnen in diesem Blogbeitrag.

Mein Name ist Frauke Zöllner und bin ein halbes Jahr Praktikantin in der Personalentwicklung. Ich studiere im 6. Semester Integrative Sozialwissenschaften an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Die Vorbereitung: Rhetorikkurs

Wie, was präsentieren? Stellen Sie sich vor: Ich muss sympathisch und authentisch wirken und gleichzeitig professionell genug sein um meinen Zuhörern Wissen zu vermitteln. Was kompliziert klingt, haben wir - damit meine ich drei weitere Praktikanten und zwei Festangestellte - in einer zweitägigen Rhetorikschulung bei Herrn Friedemann John, Leiter der Personalentwicklung und Ausbildung, gelernt.

Eines bekamen wir schon zu Beginn zu spüren: In dem Seminar ging es nicht um Theorie, sondern um Praxis. Mit dem Wissen, in 4 Tagen selbst ein Seminar zu leiten, konnte ich mich an verschiedenen Reden üben und somit meine Nervosität lindern.

Uns ungeschliffenen Diamanten wurde gleich die Aufgabe gestellt, eine Kurzpräsentation über einen anderen Teilnehmer vorzubereiten und zu halten, was die Runde sofort auflockerte. Als wäre es nicht schon schwer genug vor fremden Menschen zu stehen, standen wir dabei auch noch vor einer Kamera und mussten anschließend den Anblick des eigenen Ichs ertragen.

Auf dem Video sah ich mich mit ganz anderen Augen: Soll das wirklich ich sein? Gehört diese bescheuerte Stimme zu mir?

Es gab einiges zu Lachen und durch das Feedback der anderen Teilnehmer und von Herrn John wurden Stärken und Schwächen angesprochen. Gemeinsam sahen wir uns die Videoaufnahmen an und überlegten, was jeder noch verbessern könnte. Unser Seminarleiter setzte lediglich Impulse und beschäftigte sich genauestens mit jeder einzelnen Person.

Am zweiten Tag hatte kaum jemand Hemmungen und unsere Reden wurden immer kreativer. Gleichzeitig stiegen aber auch die Anforderungen. Nach einer Rede war beispielsweise der volle Körpereinsatz gefragt.

Als Herr John "Pantomime" ankündigte, wurden unsere Augen groß. Wir sollten einen Text vorlesen und ihn gleichzeitig vorspielen. Trotz Skepsis war die Aufgabe ein voller Erfolg. Es wurde viel gelacht und befürchtete Unannehmlichkeiten waren unbegründet. Uns wurde bewusst, wie man durch Körpersprache seine Rede beeinflussen und ausbauen kann.

Gegen Ende sollten wir Einstiege in eine Präsentation vorbereiten und vorführen. Das kam mir sehr gelegen, denn so konnte ich den Einstieg für mein kommendes Seminar, welches sich ja mit Präsentationstechniken beschäftigen wird, üben.

Nach zwei Praxistagen mit gefühlten 20 Reden (tatsächlich waren es 10) haben wir einiges gelernt und ich fühlte mich gut auf mein Seminar vorbereitet.

Die Anwendung: Seminarführung

Nun war es meine Aufgabe, 20 Auszubildenden verschiedene Möglichkeiten zu zeigen, wie man Präsentationen interessant gestalten kann und auf was man bei der Körpersprache achten soll. Manchmal griff ich auf Aussagen von Herrn John zurück und gab auch den Auszubildenden die Chance zu üben.

Gegen Ende bekam ich Feedback und meine Teilnehmer waren voll zufrieden. Das gibt mir Bestätigung und Mut, mich weiteren „Präsentationsherausforderungen“ zu stellen.

Es war eine tolle Erfahrung, die ich nur jedem weiterempfehlen kann. Ich werde wohl noch oft auf das, was ich in diesen Tagen gelernt habe, zurückgreifen. Denn egal ob im Studium oder im Beruf, man kommt immer wieder in Situationen, in denen man vor Publikum sprechen muss - und wer weiß, vor wem ich als Nächstes stehe...




26.08.2014

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