Recycling am Airport

AWZ – hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich das Abfallwirtschaftszentrum am Flughafen Stuttgart. Als ich erfuhr, dass ich in meinem Praktikum am Airport dort eine Besichtigung machen könnte, fragte ich mich: „Gibt es da überhaupt etwas zu sehen? Oder schauen wir uns nur ein paar Mülltonnen an?“ Weit gefehlt: Das AWZ war auf jeden Fall einen Besuch wert.

Aber erst mal zu mir: Mein Name ist Charlotte Faul, ich bin Redaktionspraktikantin in der Pressestelle des Stuttgarter Flughafens. Zusammen mit den anderen beiden Pressestellenpraktikanten Sandra und Tobias wurde ich von Herrn Geber, dem Abfallbeauftragten am Airport, in die Geheimnisse des AWZ eingeweiht.

Dafür ging es am gefühlt kältesten Tag des Jahres nach draußen. Links und rechts von uns standen über 20 gelbe und blaue Container, Tanks und Mulden. Bis zu 60 verschiedene Abfallstoffe werden dort gesammelt – und die meisten müssen getrennt gelagert werden. Penibel genau sortieren Herr Geber und seine Kollegen deshalb alles und entsorgen es fachgerecht. Im letzten Jahr waren das rund 4.000 Tonnen Müll – und über 98 Prozent davon wurden wiederverwertet.

Da wären zum Beispiel die an der Sicherheitskontrolle zurückgebliebenen Haarsprays, Shampoos oder Babyöle. Sie werden alle zwei Wochen von Angestellten des Diakoniewerks Karlshöhe in Ludwigsburg abgeholt. Diese Produkte werden in deren Laden verkauft und helfen dadurch, die soziale Einrichtung zu finanzieren.

Insgesamt hat mich wirklich erstaunt, was alles wiederverwertet wird: Sogar die Reste von Zigaretten werden recycelt. Etwa 100 Liter Stummel kommen jede Woche am Flughafen zusammen. Ein Teil davon wird dann an die Recyclingfirma TerraCycle geschickt, die daraus Kunststoffteile herstellt. So kann zum Beispiel eine Zigarette im nächsten Leben eine Gießkanne oder eine Kunststoffpalette sein.

Durch den Betrieb am Airport entsteht außerdem einiges an Abfall - zum Beispiel bei den Fahrzeugen auf dem Vorfeld, deren Reifen verschleißen. Diese Reifen verwertet ein Recycling-Unternehmen für uns: Je nach Zustand verarbeitet man das Gummigranulat entweder weiter oder verwendet es anstatt Kohle oder Öl als Brennstoff.

Auch das Abwasser, wie beispielsweise die Rückstände aus der Flugzeugenteisung sammeln Herr Geber und seine Kollegen im AWZ. In großen Tanks warten sie auf den Abtransport zu speziellen Kläranlagen. Diese Sammeltanks waren mein persönliches Highlight: Auf diese fast 10 Meter hohen Tanks kann man mit einer Leiter hochklettern und hat dann eine wunderschöne Aussicht :-).




09.03.2015

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