Praktikum in der Personalentwicklung

Als Gymnasiallehrerin unterrichte ich im „Tagesgeschäft“ eigentlich Schüler der Klassen 5-12. Für mein berufsbegleitendes Zweitstudium „Bildungsmanagement“ (an der PH in Ludwigsburg) musste ich allerdings weg von der (Hoch-)Schule ein Praktikum machen. Meine Wahl fiel auf den Flughafen Stuttgart, den ich bisher nur als Startpunkt meiner Ferien kannte. Hier bekam ich 3 Wochen lang einen beeindruckenden Einblick in die Welt des Flughafens und im Besonderen in den Bereich der Personalentwicklung und Ausbildung.

F - „FSG“
L - „Löschfahrzeuge“
U - „Unternehmenskultur“
G - „Generation Y“ und „Generation Z“ (auch: Digital Natives“ genannt).
H - „Human Resources“(HR)
A - „Alternative Karrierepfade“
F - „Führungskräfte-Entwicklung"
E - „Einnahmen“
N - „Nachfragen“


F wie „FSG“
Die Abkürzung, die ich am häufigsten gehört habe, war „FSG“. So lautet die offizielle Bezeichnung für die Flughafen Stuttgart GmbH.
Die FSG sorgt täglich dafür, dass die Passagiere am Flughafen abgefertigt werden und dass ihr Gepäck im richtigen Flugzeug landet. Sie kümmert sich von der Abstellposition auf dem Vorfeld bis zur freien und sicheren Start- und Landebahn. Auch der Betrieb und die Wartung aller technischen Anlagen und Gebäude und die Flughafenfeuerwehr fallen in ihr Aufgabengebiet.

L wie „Löschfahrzeuge“
Bei einem Rundgang über das Flughafengelände konnte ich auch den Werkstatt- und Fuhrparkbereich der FSG besichtigen. Dort werden nicht nur Löschfahrzeuge der Feuerwehr, sondern auch Räumfahrzeuge des Winterdienstes, Förderbandwagen und Gepäckschlepper, sowie Pushback- und Follow-me-Autos des Bodenverkehrsdienstes, sondern auch Porsches und Oldtimer gewartet und repariert!

U wie „Unternehmenskultur“
Die Unternehmenskultur der FSG ist dargestellt im „fairport-Kodex“, quasi dem Leitbild nach innen und außen. Darin sind Werte wie Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Fairness festgelegt, die die tägliche Zusammenarbeit prägen, aber auch die Verpflichtung zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs und damit zu einer nachhaltigen Entwicklung.

G wie „Generation Y“ und „Generation Z“ (auch: Digital Natives“ genannt).
Besonders spannend war, was ich über die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern verschiedener Generationen gelernt habe. Die FSG plant und überlegt sehr genau, wie sie dem drohenden Fachkräftemangel in den kommenden Jahren entgegen wirken kann, welche Anreize sie (künftigen) Mitarbeitern der Generationen Y und Z bieten muss, welche Arbeitszeitmodelle für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sinnvoll sind und wie sie sich im World Wide Web präsentieren kann, so dass sie für künftige Auszubildende und Mitarbeiter attraktiv ist.

H wie „Human Resources“(HR)
In dieser Abteilung werden alle Fragen rund um die Personalplanung, um Einstellung und Kündigung, Beförderungen, die Bezahlung, Mutterschutz und Elternzeit, sowie Aus- und Weiterbildung und Praktikanten behandelt.

A wie „ „Alternative Karrierepfade“
Um zukünftig noch mehr Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre fachlichen und persönlichen Qualifikationen bestmöglich in das Unternehmen einzubringen und dies auch entsprechend honoriert zu bekommen, wurde im HR-Bereich das Projekt „Alternativer Karrierepfade“ aufgesetzt. Die Idee ist, dass Mitarbeiter auch eine fach- oder projektbasierte Karriere anstreben können und nicht den „klassischen“ Weg einer Führungskraft gehen müssen.

F wie „Führungskräfte-Entwicklung“
Die Weiterbildungsmaßnahmen am Flughafen Stuttgart sind sehr systematisch und nachhaltig geplant. So durchlaufen auch die Führungskräfte, also z. B. Meister, Fachgebietsleiter oder Abteilungsleiter viele Seminare, Planspiele und Workshops zu Themen wie Mitarbeiterführung, Kommunikation oder Konfliktmanagement.

E wie „Einnahmen“
Zu den Geschäften der FSG gehören neben der Flugzeugabfertigung zum Beispiel auch mit der Vermietung von Büro- und Handelsflächen an Restaurants, Einzelhandelsgeschäfte oder auch Fluggesellschaften und Behörden. Im Geschäftsjahr 2014 wurden dadurch Umsätze in Höhe von gut 235 Millionen Euro erwirtschaftet!

N wie „Nachfragen“
„Nachfragen kostet nichts“, sagt der Volksmund. Vielleicht hat sich das auch die FSG gedacht als sie die Mitarbeiterbefragung geplant hat, die im Herbst 2015 erstmalig durchgeführt wird. Mit dem „nichts kosten“ wird es wohl nichts werden – viel Arbeitszeit wurde betriebsintern bereits investiert um die Fragen, die ein externer Anbieter vorgeschlagen hat, auf das Unternehmen anzupassen. Und viel Geld wird sicherlich noch in die Umsetzung all der Vorschläge und Anregungen fließen, die die Mitarbeiter in der Befragung rückmelden werden.

Das Praktikum am Flughafen Stuttgart hat mich in vielerlei Hinsicht bereichert.

Herzlichen Dank nochmals an alle, die mich teilhaben lassen an ihrer täglichen Arbeit. Ein besonderer Dank geht an Herrn John (Leiter der Personalentwicklung & Ausbildung), der sich sehr viel Zeit genommen hat, mir die FSG in allen Facetten näher zu bringen!




16.10.2015

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