PR + Flughafen = Praktikum?

„Was machen wir heute in der PR-Vorlesung?“ „Ist ein Gastvortrag.“ „Hm. Thema?“ „Weiß nicht genau...“ – Uni-Alltag. Der Redner kommt rein und wirft die erste Folie seiner Präsentation an die Wand: Flughafen Stuttgart.

Flughafen? Was hat das denn nun mit PR zu tun? – Klar. Als Studentin der Kommunikationswissenschaften an der Uni Hohenheim weiß ich natürlich, dass auch der Erfolg eines Flughafens von guter PR abhängig ist.

Nächste Folie: Krisenkommunikation. Ich finde, das klingt spannend und höre aufmerksamer zu. Der Redner, Volkmar Krämer, ist heute mein Chef und spricht von guter und schlechter Krisenkommunikation, von Airlines, bei welchen Gitarren zu Bruch gehen und von einem Mahnmal am Stuttgarter Flughafen. Außerdem: Jedes Mal, wenn ein Wort wie „Flugzeug“ fällt, werde ich ein bisschen wacher - eine Art „Berufskrankheit“ von Hobbypiloten. Ich verbringe viel Zeit auf einem Flugplatz, beschäftige mich mit Flugzeugen, fliege, und unterhalte mich mit anderen Piloten. So freue ich mich, von Herrn Krämer aus dem theoretischen Uni-Alltag in eine praktische Welt von PR, Krisenkommunikation, Flughäfen, und Airlines abgeholt zu werden. Ich träume also ein bisschen davon, meine berufliche Zukunft und mein Hobby verbinden zu können und beschließe, mich dort auf ein Praktikum zu bewerben.

Etwa ein halbes Jahr später finde ich die Ausschreibung für ein Praktikum im Bereich „Redaktion/Social Media“ auf der Flughafen-Webseite. Perfekt! Redaktion. Ich will schon lange unbedingt mehr schreiben! – Also bewerbe ich mich. Das Gespräch läuft dann in etwa so ab, wie Bewerbungsgespräche eben ablaufen. Doch manche Dinge sind anders: „Mussten Sie sich schon einmal vor Gericht verantworten?“, fragt mich der Ausbildungs-Chef. „Äh. Ich glaube nicht.“ „Gut, daran würden Sie sich erinnern“.

Am nächsten Tag dann stehe ich am Flughafen Baden-Baden und warte auf einen Flug. Passenderweise erhalte ich dort einen Anruf von der Personalabteilung aus Stuttgart: „Was würden Sie denn gern von mir hören?“ „Naja, vielleicht, dass Sie mich als Praktikantin nehmen?“ „Perfekt! Das sage ich Ihnen jetzt!“. Zum Glück stehe ich gerade am Flughafen und habe Zeit, mich unglaublich zu freuen :)

Ein paar Wochen später kommt dann der Praktikanten-Vertrag. Doch der kommt nicht allein. Dabei liegt ein Formular, in welches ich sämtliche Wohnsitze der letzten zehn Jahre eintragen muss. Außerdem sehe ich, dass vom Regierungspräsidium eine Zuverlässigkeitsüberprüfung durchgeführt wurde, die sogenannte ZÜP. Hört sich irgendwie komisch an, denke ich mir und hoffe, dass die nicht an meiner Zuverlässigkeit zweifeln… Dass Sicherheit beim Flughafen eindeutig großgeschrieben wird, wird mir noch mal klar, als ich weiter durch die verschiedenen Briefe schaue. Ganz hinten finde ich Login-Daten für die Flughafenwebseite, wo ich einen dreistündigen Online-Vortrag über Sicherheitsbestimmungen am Flughafen finde, den ich mir noch ansehen darf bzw. muss.

Jetzt freue ich mich erst mal und bin sehr gespannt, was es bei Beginn des Praktikums noch alles zu organisieren gibt, was ich alles sehen werde und vor allem auf meinen Job und meine Aufgaben in der PR-Abteilung! :)




23.04.2015

Aus Datenschutzgründen werden die Kommentare erst geladen, wenn Sie den Disqus-Dienst aktiviert haben. Bitte beachten Sie, dass nach Ihrer Zustimmung Daten mit anderen externen Diensten ausgetauscht werden.
Datenschutzhinweis lesen