Ein Blick unter die Kulissen

Was fällt einem bei dem Stichwort „Flughafen“ sofort ein? Piloten, Stewardessen, Urlaub und natürlich Flugzeuge. Insgesamt sorgen rund 9.500 Mitarbeiter dafür, dass in einem so großen Unternehmen, wie dem Stuttgarter Flughafen alles rund läuft. Aber was hinter, beziehungsweise unter dieser riesengroßen Kulisse steckt, durfte ich entdecken. Mit weiteren sieben Praktis wurden wir zu einer exklusiven Technikführung eingeladen…Vor uns lagen dreieinhalb spannende Stunden, in denen wir vier verschiedene Stationen vor uns hatten. Uns wurde im Vorhinein gesagt, wir sollen bequeme und robuste Kleidung anziehen, was unsere Vorfreude nur noch mehr steigerte...

Fiebernd vor Neugierde führte uns der erste Weg in die verschiedenen Werkstätten, die es auf dem Airportgelände gibt. Unter anderem warfen wir einen Blick in die Kfz-Ausbildungswerkstatt. Dort ließen wir uns zwischen dem Geruch von Gummi, Benzin und Autos die tägliche Arbeit der Auszubildenden erklären.

Das Rechenzentrum stand danach auf dem Plan. Für mich besonders interessant, da ich erst wenige Wochen zuvor einen Artikel für das Mitarbeitermagazin zum Thema „Nachts im Rechenzentrum“ geschrieben hatte. Deswegen war ich nicht mehr so ganz der Grünschnabel, was die Technik, die zahlreichen riesigen Server und die Arbeit dort betrifft :-).

Nach einer halben Stunde und vielen spannenden Infos später hieß es ab zum Einspeisetrafo, bei dem die Spannung des Netzbetreibers ankommt, verringert wird und von da aus auf den Stromkreislauf der FSG verteilt wird. Wir erfuhren, wie viel Strom am Flughafen verbraucht wird. Dass es mehr ist, als bei einem Familienhaushalt, kann sich jeder denken. Schließlich ist 365 Tage im Jahr was los, und nur nachts kehrt für ein paar Stunden Ruhe ein. Die Sicherheit hat oberste Priorität, und so wundert es mich nicht, wenn es auf dem Vorfeld oder in den Terminals meistens hell beleuchtet sein muss.

Danach stand für mich der Höhepunkt auf dem Plan… Der Besuch der Katakomben. Unterirdisch verlaufen dort zahlreiche Versorgungsleitungen für beispielsweise Dampf, Wasser und Strom. Zuerst bekamen wir alle schwarze, viel zu große Schutzmützen auf und machten uns getarnt als Möchtegernbauarbeiter auf den Weg in den Untergrund des Flughafens :-) . Von Meter zu Meter wurde es immer wärmer und auch irgendwie stickiger und düsterer. Wir liefen im Gänsemarsch durch extrem enge Gänge mit niedrigen Decken, sodass es für sehr große oder an Klaustrophobie leidende Menschen eine riesige Herausforderung gewesen wäre, diese Tour mitzumachen. Irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl, so viele Meter unter der Erde zu spazieren. Ich habe mich gefühlt wie in den Abwässerkanälen einer Großstadt, nur ohne Wasser und Ratten… Irgendwann wurde es dann zum Glück wieder etwas heller, kühler, und wir hatten wieder mehr Platz um uns herum. Als wir schließlich den Ausgang zum Terminal 3 erreicht hatten, war ich ziemlich froh wieder an der frischen Luft und über der Erde zu sein :-).

Mit dieser spannenden „Wanderung“ durch die Katakomben des Flughafens kamen wir zum Ende unserer außergewöhnlichen Führung. Es ist toll zu wissen, was hinter beziehungsweise unter so einem Unternehmen steckt, welches man beim Hören zuallererst mit Piloten, Stewardessen, Urlaub und natürlich Flugzeugen verbindet :-).




28.04.2011

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