Tausche Flughafen gegen Familie

Von Zeit zu Zeit ist es an der Zeit, im Leben etwas zu verändern – bzw. das Leben verändert einen, und die Bedürfnisse wandeln sich. Bei vielen Frauen – ob berufstätig oder nicht ist wohl egal – steht dann das Thema „Baby – ja/nein“ an. Bei mir (genauer gesagt: bei uns) war der Wunsch nach einem Kind da. Nach fünf Jahren bei der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) mit wechselnden Aufgaben und zunehmender Verantwortung in der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hatten mein Partner und ich das Glück, dass unser Wunsch schnell auch Realität wurde. Am Ende des dritten Monats informierte ich schließlich meinen Arbeitgeber.

Der erste Schritt war damit getan. Parallel dazu fing ich an, mich über Schwangerschaft, Geburt und benötigte Utensilien, über Formalien wie Elternzeit oder Kindergeld aber auch über denWiedereinstieg in den Job zu informieren… auf diese Masse an Möglichkeiten und Bürokratie war ich jedoch nicht eingestellt. Das absurd riesige Angebot an Kinderwagen, Autoschalen, Möbeln, Babyklamotten,… ist die eine Sache. Mein Eindruck nach kurzer Zeit: Schwangeren versucht man alles anzudrehen – das Argument muss nur das Wohl des Kindes und das damit verbundene schlechte Gewissen der Eltern sein. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf habe ich mich deutlich freier und schneller für/gegen etwas entscheiden können. Der andere gewaltige Berg türmt sich beim Organisieren benötigter Formulare beispielsweise für Eltern- oder Kindergeld und beim Verstehen, was wann und für was sonst noch benötigt wird. Hier läuft es nach dem Motto „Zwei Schritte nach vorn, einer zurück“: Ein Teil ist erledigt, es gibt aber gleichzeitig eine neue Aufgabe…

Hilfreich waren in der ganzen Zeit natürlich meine Freundinnen, aber auch Kolleginnen am Airport. Und der Arbeitgeber. Klasse, wenn in der Personalabteilung kompetente Damen sitzen, die sich 1. von Berufswegen mit Elternzeit, Mutterschutz,… auskennen und 2. selbst „betroffen“ sind/waren. Wie kann ich die Elternzeit gestalten, wie lange dauert diese, wie komme ich an das Elterngeld, wann müssen welche Formulare wo sein,…? Die Kolleginnen haben mir immens weitergeholfen und bspw. die unterschiedlichen Möglichkeiten aufgezeigt, die ich bei der FSG habe. Welches Teilzeit-Modell oder ob Homeoffice in Frage kommt, muss ich natürlich direkt mit meinem Chef absprechen, das ist klar. Aber grundsätzlich gibt’s die Möglichkeit dazu, und das war für mich wichtig.

Damit ich bei dem ganzen Wust an Infos und Terminen den Überblick behalte, habe ich mir eine Excel-Liste angelegt. Der Inhalt: die To do’s vor der Geburt (benötigte Unterlagen, Kurse und Sport für Schwangere raussuchen, Geburtskliniken anschauen, Hebamme finden,…), nötige Einkäufe (Bett, Autositz, Kinderwagen,…) und Erledigungen nach der Geburt (Rückbildung, Versand Anträge, Anmeldung Kita/Krippe, …). Viele Infos dafür hatte ich von unserer Personalabteilung (v.a. was die Elterngeld & Co. angeht), zuerst habe ich aber natürlich im Internet recherchiert. Wobei die unendlich vielen Foren und Plattformen oft nur verwirren. Nichtsdestotrotz, hier ein paar Links zu – wie ich finde – hilfreichen Seiten (natürlich alles auf Stuttgart bezogen) und Tipps:

- Ohne Bauch ist‘s leichter
So früh wie möglich das erledigen, wozu man sich bewegen muss.
- Gebrauchtes kaufen
Viele Sachen braucht man nur kurz – da lohnt sich eine Neuanschaffung nur bedingt. Und außerdem sind bei gebrauchten Sachen die Schadstoffe weniger ein Thema ;-) Am besten vorab im Laden das Gewünschte aussuchen und dann etwa bei Ebay Kleinanzeigen gezielt nach dem Artikel suchen.
- Kurse wie etwa Geburtsvorbereitung, Yoga oder Schwimmen
Es hilft nix: Durchs Web wühlen, Freunde und Bekannte fragen und Probestunden machen…
- Hebamme
Hier gilt das gleiche wie bei den Kursen: Das Internet durchforsten, Tipps und Broschüren vom Frauenarzt holen, Telefonate mit den Hebammen führen und schließlich auf das eigene Gefühl hören – schließlich ist sie die Person, die nach der Geburt die erste Anlaufstelle ist. Zu bedenken ist, dass man mit jüngeren Hebammen vielleicht mehr auf einer Wellenlänge liegt, ältere aber mehr Erfahrung haben. Und das ist nicht das Schlechteste…
- Krankenhäuser besichtigen
Ich habe mir die Kliniken, die aufgrund der Entfernung in Frage kamen, relativ früh angesehen. Letzten Endes habe ich mich für die entschieden, in der ich mich am meisten wohlgefühlt habe – für die Geburt für mich das einzig Wahre, was die Entspannung angeht…
- Vaterschaft anerkennen lassen (bei Unverheirateten)
Am besten beim Jugendamt machen – dann kann man ggf. das geteilte Sorgerecht gleich mit beantragen.
- Infos zu Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld, Kindergeld, Sorgerecht… gibt es auf folgender Seite: http://www.familien-wegweiser.de
Noch ein Hinweis zum Mutterschaftsgeld: Es gibt ausnahmsweise kein extra Formular zu organisieren. Einfach die Felder auf der Rückseite der Geburtstermin-Bescheinigung vom Arzt ausfüllen. Diese bekommt man in der Regel sieben Wochen vor dem errechneten Termin.
- Kinderarzt
Frauenärztin und Hebamme haben meist gute Tipps. Und natürlich die anderen Mütter bei der Arbeit oder auch die anderen Schwangeren etwa aus dem Geburtsvorbereitungskurs.
- Kita-Plätze (auf Stuttgart bezogen)

Und wenn man gar nicht weiter weiß oder sich erst einmal orientieren muss – pro familia berät gratis und hat jede Menge hilfreiche Broschüren zur Hand. Der Vorteil: Die Berater sprechen kein Beamtendeutsch :-).




14.01.2014

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