Qualität hat ihren Preis

„Ein Ideenwettbewerb - super!“ So freute ich mich als mein Arbeitgeber, die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) Ende vergangenen Jahres den Fairport-Preis ins Leben gerufen hat. Als Mitarbeiter bekamen wir die Chance, uns auch außerhalb des eigenen Arbeitsgebiets für den Airport einzubringen. Verbesserungsvorschläge waren gefragt, die im Zusammenhang mit dem Fairport-Kodex stehen. Durch meine Arbeit komme ich viel rum am Flughafen (was ich mache steht hier) und Ideen habe ich einige – von daher war klar, dass ich teilnehmen werde.
„Qualitätsmanagement (QM) könnte den Airport voranbringen“ - dachte ich mir und habe vorgeschlagen, ein unternehmensweites QM-System bei der FSG einführen, bei dem die wichtigsten Unternehmensprozesse beschrieben und kontinuierlich verbessert werden.

„QM? Aha. Und was heißt das genau?“ Vermutlich stehen bei dem einen oder anderen Leser jetzt Fragezeichen im Gesicht… Ich versuche es mal an einem einfachen Beispiel aus dem Security-Bereich zu erklären: Jeder von euch kennt bestimmt unseren Flughafenzaun, der sich rund 11 km lang um das Flughafengelände schlängelt. Der Zaun ist dafür da, dass keine unbefugten Personen auf das Gelände gelangen und dabei aus Versehen vor ein rollendes Flugzeug laufen oder gar in krimineller Absicht bewusst etwas manipulieren. Wenn der Zaun nun aus irgendeinem Grund beschädigt wird, ist schnelles Handeln angesagt: Unsere Leitstelle Sicherheit und Technik informiert alle erforderlichen Stellen, der Bau- und Betriebstrupp repariert den Zaun und die Flughafenwache achtet darauf, dass in der Zwischenzeit niemand durch die beschädigte Stelle klettert. Für langjährige Mitarbeiter kein Problem. Aber was, wenn so etwas passiert während ein neuer Mitarbeiter in der Leitstelle sitzt, der in der ersten Aufregung nur die Reparatur des Zauns beauftragt ohne die Flughafenwache zu informieren? Was wenn dadurch jemand auf das Vorfeld gelangt, der dort nicht sein dürfte? Dann hätten wir eine Sicherheitslücke, die im schlimmsten Fall dazu führen würde, dass wir den Flugbetrieb vorübergehend einstellen müssten. Damit es nicht soweit kommt, gibt es Arbeitsanweisungen, in denen vorgegeben ist, wer-was-wann zu tun hat.

Und genau darum geht es beim QM: Fehler vermeiden, bevor sie entstehen, indem Arbeitsabläufe beschrieben und optimal aufeinander abgestimmt werden. Davon profitiert das gesamte Unternehmen. In der Zeit, in der die Mitarbeiter damit beschäftigt sind, Unklarheiten oder Probleme zu beseitigen, weil jemand einen Arbeitsschritt vergessen hat oder Zuständigkeiten nicht klar sind, bleibt die reguläre Arbeit liegen – was auch nicht der Fall sein soll!

Diese Argumentation hat offenbar auch das Fairport-Team überzeugt. Einige Wochen nachdem ich meine Idee eingereicht hatte, erhielt ich die freudige Überraschung per E-Mail – mein Vorschlag hatte es in die Endauswahl geschafft und ich wurde als Gewinnerin ermittelt! Damit begann für mich ein besonderer Tag: Ich wurde zur offiziellen Preisübergabe eingeladen, gefolgt von einem Fototermin mit der Geschäftsführung und einem gemeinsamen Mittagessen.

Für mich eine sehr spannende Angelegenheit, schließlich bekommt man nicht oft die Möglichkeit, sich mit einem der Geschäftsführer über den Flughafen auszutauschen. Das Preisgeld des Faiport-Preises werde ich nun in einen Urlaubsflug investieren – um dann am Zielflughafen mit einem Auge die Security-Prozesse zu beobachten ;-)




03.06.2015

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