Vom Lader zum Ausbilder

Seit 1992 arbeite ich, André Niebusch, 44 Jahre, am Stuttgarter Flughafen. Bevor ich über meine jetzige Tätigkeit bei der Ausbildung Verkehr berichte, möchte ich mich und mein bisheriges Leben am Flughafen Stuttgart ein wenig vorstellen.

Ende Februar 1992 packte ich mein Auto und fuhr von Norddeutschland ins schöne Remstal um eine Stelle als Metzger-Geselle anzutreten. Ich war gerade mit der Bundeswehr (Marine) fertig und wollte zum einen endlich in sonnigere Gefilde zum anderen etwas in meinem vor der Bundeswehr erlernten Beruf dazu lernen. Den Metzger-Meister hatte ich dabei fest im Visier. Nach einigen Querelen kam ich dann aber Ende August zu dem Entschluss, mit dem Handwerk abzuschließen.

Doch was nun, ein halbes Jahr im Süden, Job gekündigt, in der Wohnung (14 Quadratmeter im Keller mit Lichtschacht) durfte ich noch 3 Monate bleiben, was sollte kommen…?

Ein Bekannter arbeitete als Aushilfe am Flughafen und erzählte mir, dass dort Aushilfen gesucht würden. Ich konnte mir unter einem Job am Flughafen zwar nicht viel vorstellen, nachdem ich aber im Süden bleiben und arbeiten wollte, bewarb ich mich. Beim Vorstellungsgespräch wurde ich gefragt ob ich nicht fest anfangen möchte… so begann ich am 15.09.1992 mit der Tätigkeit als Lader im Gepäckdienst.

Lader im Gepäckdienst, was verbarg sich wohl dahinter? Dass es hauptsächlich um Koffer bzw. Koffer sortieren geht, konnte ich mir schon denken. Bevor ich dann richtig zu arbeiten begann, musste ich einen theoretischen Grundkurs machen, in dem ich etwas über den Standort Flughafen Stuttgart, seine Geschichte und vieles mehr lernte. Auch etwas über den Begriff Gepäckstück! Ich würde heute sagen, dass der Begriff Gepäckstück je nach Airline in Umfang, Gewicht und Größe relativ ist – denn ein Gepäckstück ist nicht immer nur der Standard-Reisekoffer. :-)

Ich musste auch feststellen, dass man etwas lernen kann, ohne dass gleich jemand rumschreit, nach meiner Lehre, Bundeswehr und Gesellenzeit ein ganz neues Lebensgefühl!

Nach ein paar Wochen Kofferladen hatte ich die Möglichkeit, mich intern weiterzubilden und an einem Fahrerkurs teilzunehmen. Was natürlich mehr Verantwortung hieß, aber auch mehr Abwechslung. Vom Kofferladen im Terminal kam man nun auch auf das Vorfeld… dahin, wo die Flugzeuge stehen… ganz nah ran an die Flieger – cool!

Drei Jahre später konnte ich, weil ich schon eine Lehre hatte, eine Umschulung zum staatlich geprüften Flugzeugabfertiger machen. Dazu gehörten 6 Wochen interne Weiterbildung und eine IHK- Prüfung in Theorie und Praxis. Was man da alles wissen und fahren musste, puh… Dafür durfte ich dann auf dem Vorfeld mehr Fahrzeuge fahren: Vom Förderband über die Passagiertreppe bis hin zum Gepäckschlepper.

Nachdem es dann auch intern die Möglichkeit gab, mal stellvertretender Einsatzleiter im Gepäckdienst zu werden, bewarb ich mich und tauchte wieder bei der Schulungsabteilung auf. Schon wieder Schulung :-).

Nach einigen Einsätzen als Stellvertreter und weiteren internen Schulungen bekam ich Anfang 2000 eine Stelle als Einsatzleiter, juhu! Nun hatte ich auch Personalverantwortung… Wollte ich doch im September 1992 nur ein paar Koffer sortieren!

Fast zur gleichen Zeit bekam ich die Anfrage, ob ich ein paar Wochen als praktischer Ausbilder bei der Schulungsabteilung helfen könnte. Ich? Schulungsabteilung? Cool, so etwas hatte ich schon bei der Marine gemacht, aber kann ich das auch am Flughafen? Jetzt bin ich bald 14 Jahre bei der Schulungsabteilung!

Wenn ihr wissen wollt, wie meine jetzige Arbeit aussieht und was die Faszination mit Menschen zu arbeiten ausmacht, dann lest meinen… nächsten Blog!




30.01.2014

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