Unterwegs im "Mini" der Feuerwehr

Insgesamt 28 unterschiedliche Fahrzeuge haben wir bei der Feuerwehr am Flughafen Stuttgart. Das reicht vom Einsatzleitwagen (ELW) über Flughafenlöschfahrzeuge (FLF) bis zum Kleineinsatzfahrzeug (KEF). Auf Letzterem bin ich mit am Liebsten eingeteilt, da man den ganzen Tag am Flughafen unterwegs ist. Mit einem Feuerwehrkollegen/in bilde ich ein Team, das zu den unterschiedlichsten Einsätzen gerufen wird, etwa zur Personenbefreiung von Passagieren aus den Aufzügen. Am Flughafen haben wir um die 150 Aufzüge, die ständig in Betrieb sind, egal um welche Uhrzeit. So kommt es vor, dass nachts um 2 Uhr der Gebäudereiniger mit seiner Putzmaschine steckenbleibt, weil diese, nachdem er das ganze Schmutzwasser aufgenommen hat, einfach für den Aufzug zu schwer geworden ist. Am Flughafen sind die befreiten Personen alle sehr dankbar, dass wir schnell zur Stelle sind – im Aufzug eingesperrt zu sein, ist keine angenehme Angelegenheit.

Weniger Dank im Anschluss, aber ebenso wichtig, ist unser Auftrag, Ölspuren zu beseitigen. Wir haben auf dem Einsatzfahrzeug Ölbindemittel dabei, mit dem ich die verunreinigte Fläche bearbeiten kann. Die Ölspuren sind teilweise über den Flughafen verteilt. Das Gelände ist zwar nicht riesig, doch wenn der Fahrer einer Fluggasttreppe ein Leck erst bemerkt, wenn der Öltank leer ist, heißt es für uns, kilometerlange Ölspuren beseitigen, damit niemand darauf ausrutscht oder es in die Kanalisation gelangt.

Auch wenn es mit tierischen Gästen am Airport ein Problem gibt, werden wir mit dem KEF gerufen. Wenn sich ein Vogel in den Terminals oder Flugzeughangars aufhält, kommt er durch Öffnen von Lüftungsklappen oder Fenstern schnell wieder von alleine nach draußen. Anders bei den Vögeln, die mit einem Flugzeug zusammengestoßen sind. Diese fangen wir ein und verständigen den Naturschutzbund, der sich um die verletzten Vögel kümmert. Auch die Wilhelma musste ich schon verständigen, da ein verwirrter Passagier seine Schlange in einem Mietauto vergessen hatte.

Daneben erledigen wir noch eine Vielzahl anderer kleiner und größerer Aufgaben: Bei starkem Regen etwa oder wenn ein Mitarbeiter mit dem Gabelstapler eine Sprinklerleitung beschädigt hat, helfen wir mit Wannen oder Wassersaugern aus. Für gebrochene Glasscheiben in den Terminals haben wir riesige Holztafeln dabei. Die säge ich zurecht, damit sich niemand verletzt und der Betrieb weitergeht. Nachts habe ich auch schon Starthilfe für ein Auto von einem Passagier gegeben, wenn bei diesem die Autobatterie versagt hat. Das kommt aber selten vor, da der Betreiber der Parkhäuser dies in der Regel übernimmt. Mit dem KEF fahren wir auch bei jedem Brand oder bei jedem Technischen-Hilfeleistungs-Einsatz mit. Und falls im Terminal jemand einen Wandhydrant oder Feuerlöscher betätigt, bekommen wir eine Meldung und schauen vor Ort nach, ob mit alles in Ordnung ist.

Das war eine kleine Übersicht, was im Dienst auf dem KEF alles so passieren kann. Routine gibt es selten, wir sind aber für nahezu jede Eventualität gerüstet. Und es macht immer wieder Spaß, auf diesem Einsatzfahrzeug eingeteilt zu sein.




10.11.2011

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