Sport bei der Flughafenfeuerwehr

Bei jedem Schritt fällt es einem schwerer, und es nimmt kein Ende mit dieser Leiter...
Bin ich zu schnell, stoße ich mir den Kopf an der Decke der Atemschutzanlage. Bin ich zu langsam, stoppt die Leiter und es geht nicht mehr voran. Im Normalfall ist eine Feuerwehrleiter 30m lang, bei der Flughafenfeuerwehr sogar 54m. Damit wir für die Leiter auch immer gerüstet sind und sie somit einsatzbereit bleibt, haben wir in der Atemschutzanlage eine Endlosleiter eingebaut. Dort simulieren wir diese Strecke. Um fit zu bleiben, steige ich mit meinem Kollegen in der Bereitschaftszeit meist dreimal 80m hintereinander, sodass wir insgesamt den Fernsehturm einmal raufgestiegen sind – im Laufschritt.

Warum ich davon schreibe? Feuerwehrleute müssen bei Einsätzen häufig schwere körperliche Arbeit verrichten – und stehen zudem unter hohem psychischen Druck. Besonders beim Einsatz unter Atemschutz (das heißt, wir haben Masken auf und tragen Sauerstoffflaschen auf dem Rücken) wird uns eine körperliche Leistung abverlangt, die mit einer sportlichen Höchstleistung vergleichbar ist. Damit meine Feuerwehrkollegen und ich das sicher durchstehen, wir mit der Belastung kein gesundheitliches Risiko für unser Herz-Kreislauf-System eingehen und damit wir vor allem auch unsere Leistungsfähigkeit halten können, dafür ist eines unumgänglich: Sport – wie das Steigen auf der Endlosleiter.

Jeden Montag und Dienstag haben wir zudem in unserem Fitnessraum Feuerwehrsport. Dann werden wir unter Anleitung von einem Trainer mit speziellen Übungen, die dem Feuerwehreinsatz entsprechen, ausgebildet. Während der Bereitschaftszeit steht uns der Sportraum oder der Kraftraum immer zur Verfügung. Auf dem Fahrradergometer oder Laufband steigern wir hingegen unsere Ausdauer, mit Kraftraining an der Beinpresse stärken wir die Beine, an der Klimmzugstange den Rücken. Auf dem Volleyballfeld vor der Feuerwache trainieren wir mit Volleyball, in der Turnhalle mit Brenn- und Völkerball unsere Schnelligkeit. Das Koordinationstraining ist darüber hinaus wichtig für die Körperkontrolle und Körperbeherrschung. Mit verschiedenen Balanceübungen kann man das gut trainieren. Dank einer sportwissenschaftlichen Betreuung werden wir regelmäßig auf Herz und Nieren überprüft und können unsere Leistungen auch enorm verbessern. Durch den ganzen Sport sind wir aber nicht nur körperlich fit, dadurch festigt sich auch der Zusammenhalt unter den Feuerwehrkollegen – und man lernt seine Grenzen kennen.

Außerhalb des Flughafens nehmen wir in unserer Freizeit dann an verschiedenen Wettkämpfen teil. Am Black Forest Ultra Bike 2011 in Kirchzarten belegte beispielsweise Rainer Nägele bei der Deutschen Feuerwehrmeisterschaft den 10. Platz mit einer Zeit von 1,57 h bei 43 km Strecke. Mein Kollege Marco Weissmann bezwang am Sky Run Berlin 2012 in voller Atemschutzausrüstung 770 Stufen. In 9,20 Minuten rannte er 39 Stockwerke hoch! Und Marc Leitenberger machte beim Feuerwehrtriathlon in Karlsruhe 2012 mit: Bei 1000 m Schwimmen, 20 km Fahrradfahren und 5 km Laufen machte er mit einer Zeit von 1,25 h einen guten Schnitt. Und falls der Sommer am Flughafen Stuttgart bald mal landet, können wir hoffentlich an diese tollen Ergebnisse anknüpfen… Zumindest aber können wir dann raus aus der Sporthalle und endlich wieder unser Volleyballfeld hinter die Feuerwache bis in die späten Abendstunden nutzen. Sport und Spaß gehören schließlich zusammen!




05.07.2013

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