No Risk – more fun!

Im ersten Blog ging es ein bisschen um mich und darum, wie man Sicherheitsingenieur(in) werden kann. Im 2. Blog geht es nun darum, was ich eigentlich am Flughafen mache und warum. Als Sicherheitsingenieurin bin ich – entgegen der oft vorherrschenden Meinung - nicht verantwortlich für die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter des Flughafens. Stattdessen sieht das Gesetz in Deutschland vor, dass ich die Geschäftsführung, die Vorgesetzten, die Mitarbeiter aber auch den Betriebsrat darin berate, wie die in Deutschland geltenden Gesetze & Vorschriften in Sachen Arbeitssicherheit am besten für unser Unternehmen umgesetzt werden. Verantwortlich bin ich dagegen für den Inhalt meiner Beratung. Für mich, wie alle anderen Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die Ihre Arbeit ernst nehmen, gilt dabei:
Ich bin gerne Vorbild!

Als Arbeitsschützer dürfen wir trotzdem in der Regel niemandem etwas direkt anweisen. Andererseits darf mir keiner im Unternehmen verwehren, dass ich mich um fachliche Dinge des Arbeitsschutzes kümmere (Weisungsfreiheit der Fachkunde genannt). Das gleiche gilt für den Betriebsarzt.

Diese gesetzliche Sonderstellung macht uns im Unternehmen nicht unbedingt sofort zu je-dermanns (jederfraus) 'Liebling'! Werden wir nicht früh genug eingebunden, sind wir leider oft die 'Überbringer der schlechten Nachricht', wenn etwas nachträglich oder zusätzlich montiert, angeschafft, überprüft oder geändert werden muss. So braucht man als Fachkraft für Arbeitssicherheit eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen. Aber über kurz oder lang merken die meisten, dass wir ihnen eigentlich nur dabei helfen, die Rolle im Arbeits- & Gesundheitsschutz zu erfüllen, die Ihnen der Gesetzgeber ohnehin zugedacht hat. Es gilt das Motto (man erinnere sich z.B. an die Einführung des Nichtraucherschutzgesetztes):
Eine Wahrheit durchläuft drei Stufen: Erst wird sie belächelt, dann wird sie bekämpft und dann wird sie akzeptiert! (Schopenhauer)

Einen Blick in jeden Winkel des Flughafens muss ich regelmäßig zusammen mit Betriebsrat und dem Arbeitsmediziner werfen. Von den Büros der Geschäftsführer über die Terminals, den unterirdischen Technikräumen, unserer Flugzeugabfertigung bis hin zum Abfallwirtschaftszentrum und den Werkstätten (z.B. Schreinerei, Maler- und Lackier- oder Kfz-Werkstatt). Dabei ist es genauso wichtig Stolperfallen zu erkennen, wie Mitarbeiter darüber aufzuklären, dass man Mehrfachsteckdosen nicht hintereinander hängt (Brandgefahr) – auch nicht zu Hause!

Ist dann doch mal ein Unfall passiert, kümmere ich mich zusammen mit den Betroffenen und der Abteilung darum, was der Grund für den Unfall war und wie wir in Zukunft diese oder ähnliche Unfälle vermeiden können. Denn, auch im Privatbereich gilt:
Unfälle passieren nicht einfach, sie haben immer eine Ursache!

Beim Umgang mit Gefahrstoffen z.B. heißt es, neben den gesetzlichen Vorgaben auch die Mitarbeiter zum Tragen von z.B. Handschuhen zu motivieren. Zum Teil schleichende, über Jahre hinweg andauernde Kontamination mit Schadstoffen, kann im Alter zu Krebserkran-kungen führen. Hier ist mein Leitgedanke für unsere Mitarbeiter:
Deine Gesundheit ist Dein Kapital – pass' gut darauf auf!

Wie man an dieser Aufzählung bereits sieht, einen beruflichen 'Alltag' gibt es bei mir fast nicht. 'Bei Tchibo gibt es jede Woche eine neue Welt', bei mir birgt jede Email und jeder Anruf eine neue Herausforderung! Zudem sehe mich selbst als 'Dienstleister' in Sachen Arbeitsschutz und übernehme, wo möglich und sinnvoll, Aufgaben für unsere Geschäftsführung bzw. unsere Vorgesetzten. Aber dazu mehr im Blog 3…




11.04.2012

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