Kulturschock am Airport - Part 4

In den frühen 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts (!) spielte auch die Vermittlung von Umweltwerten eine untergeordnete Rolle. Fliegen war laut und machte Dreck, aber die Flugzeuge brachten Urlauber und Geschäftsreisende preiswert und zuverlässig an ihre Ziele. Fliegen öffnete für die Baden-Württemberger das Tor zur Welt.

In Stuttgart war das in den 80er- und 90er-Jahren bereits anders. Um den Flughafen lebten und arbeiteten wohlhabende Bürger und Landwirte mit Tradition. Es gab sehr früh Kritik an Lärmbelastung und Flächenverbrauch. Diese Diskussionen machten einerseits Spaß, weil ich von Haus aus Landwirt war.

Was mich belastet hat: Es wurde von manchen Flughafenkritikern mit Unterstellungen und auch Lügen gearbeitet, das Ziel rechtfertigte dabei die Mittel. Einzig aus dem Grund, dem Flughafen und dessen Ausbau zu schaden. So etwas war für mich nie akzeptabel. So unterstellten Kritiker, der neue Cargobereich auf der Südseite des Flughafens würde heimlich schon bald zu Terminals umgebaut werden, um noch mehr Lärm zu produzieren. Natürlich war das Blödsinn.

Als der Flughafen für den Ausbau Anfang der 90er-Jahre sechs Wochen teilgeschlossen war, verkündete ein Kritiker der Presse, die kleine Ausweichpiste würde später – ebenfalls heimlich – zur zweiten Startbahn ausgebaut. Und es gibt immer jemanden, der so etwas veröffentlicht, und sei es noch so hanebüchen. Denn es gab ja eine gute Schlagzeile. Da bleibt dann schon mal der gesunde Menschenverstand auf der Strecke und der böse Flughafen muss dementieren. Frei nach dem Motto: Es wird schon etwas hängenbleiben.

Heute ist der Flughafen auf dem langen Weg, ein Fairport zu werden: Vermeidung von schädlichen Umwelteinflüssen steht ganz oben. Und auch hier spielt die Kommunikation ganz vorne mit. Denn was nützt das Engagement, wenn wir Gutes tun, aber niemand erfährt davon?




22.12.2015

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