Kulturschock am Airport - Part 3

Das Erscheinen der Social Media war für alle Pressestellen eine Revolution. Plötzlich kamen keine Beschwerdebriefe oder -mails mehr, plötzlich meldete sich der unzufriedene Kunde direkt. Und die ganz Welt konnte mitlesen. Obwohl anfangs nicht restlos begeistert, ließ sich die Geschäftsführung davon überzeugen, dass hier auch ein Flughafen dabei sein muss. Stuttgart war einer der ersten Airports, der eine Personalstelle extra für Social Media geschaffen hat. Eine für mich richtungsweisende und richtige Entscheidung.

Heute merken wir, dass die Bedeutung der Pressemeldung und der klassischen Verbreitungswege abnimmt. Für mich ist das einerseits bedauerlich. Natürlich wird es die Presse (und ich meine hier vor allem die Tageszeitungen als unsere wichtigsten Partner neben Radio und TV) immer geben. Aber ihre Bedeutung nimmt ab. Andererseits wachsen die sozialen Kanäle wie Facebook, Twitter, Instagram dynamisch. Sie sind für uns in der Kommunikation unverzichtbar und werden noch wichtiger werden.

In einem technischen Betrieb, wie es ein Flughafen hinter den Kulissen ist, ist es nicht immer leicht, manchen Mitarbeitern die Bedeutung der Kommunikation zu verdeutlichen. Und den Bedarf der Öffentlichkeit an schneller Information. Da kommt es dann auch mal vor, dass ein Techniker manche Fakten für unwichtig hält, die die Öffentlichkeit eventuell doch ganz spannend findet. Hier war immer wieder Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn jede Anfrage sollte schnellstmöglich bearbeitet und beantwortet werden.

Unternehmenskommunikation ist nicht dazu da ist, Probleme zu kommunizieren und den Schuldigen zu suchen. Sondern es soll Verständnis für ein Thema in der Öffentlichkeit geweckt werden.

Klar ist, dass der Pressesprecher, der ja in der Öffentlichkeit seinen Kopf für sein Unternehmen aus dem Fenster hält, aufpassen muss, was er öffentlich sagt. Erst, wenn ein Kommunikator das gesamte Problem kennt, kann er auch eine Vorgehensweise überlegen, wie man es transparent und sachlich der Öffentlichkeit vermittelt.




15.12.2015

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