Kulturschock am Airport – Part 1

Mein erster Arbeitstag als Pressesprecher! Nein, das wird jetzt kein Blog über meinen kürzlich erfolgten Start am Flughafen. Sondern über meinen Beginn vor 24 Jahren! 24 Jahre – kann man so lange in einem Unternehmen arbeiten? Kann man – am Flughafen gibt es viele Kollegen, die es noch länger ausgehalten haben. Natürlich ist „aushalten“ das falsche Wort. Denn, wenn´s wirklich so wäre, dann würde es ein stetiges Kommen und Gehen geben. Gibt es aber nicht. Die meisten bleiben viele Jahre.

Mein erster Arbeitstag: Begann – schon damals – an einem Morgen Anfang November 1991 mit einem Stau auf der B27 (ich wohne bei Tübingen und die Staus begleiten mich seitdem). So ein Mist – wg. schlechter Eindruck und so. Aber was soll ich sagen: Mein damaliger Chef und Geschäftsführer war kein Freund von einem frühen Arbeitsbeginn. Ich war also lange vor ihm da. Nachdem ich eine halbe Stunde in seinem Büro gewartet hatte, machte ich mich dann ohne ihn auf den Weg in „meine“ neue Abteilung.

Ich hatte schon beim Südwestrundfunk eine Radioredaktion geleitet, um genau zu sein war ich Leiter von S4 in Tübingen. Wir waren stolz auf unsere Aktualität und Schnelligkeit. Beim Flughafen merkte ich sofort, dass hier die Uhren etwas langsamer tickten.
Die Pressestelle des Flughafens bestand aus zwei weiteren Kolleginnen. Zum Vergleich: heute sind wir 12. Das zeigt, wie sich die Bedeutung und die Aufgaben auf diesem Gebiet geändert und erweitert haben.

Der Flughafen Stuttgart war damals – und ist es teilweise bis heute – ein streng hierarchisch aufgebautes Unternehmen. Das heißt, oben saßen zwei Geschäftsführer, die jedes Schreiben und jede Pressemeldung, die – Achtung! – mit der Post verschickt wurden, vorher gegenlesen wollten. Das war tatsächlich ein erster Kulturschock für mich.

Während ich im Radio meine Beiträge und Kommentare für mehrere hunderttausend Hörer in eigener Verantwortung machen durfte, musste damals jede Meldung, und wenn sie nur aus zwei Zeilen bestand, dem hohen Gericht vorgelegt werden. Damit tat ich mich sehr schwer. Zumal die Ansicht eines Geschäftsführers über eine gute Pressemeldung zu jener Zeit öfter von der Ansicht des Pressesprechers abwich. In diesen Tagen rief einmal eine Zeitung aus Stuttgart an und wollte eine Information, worauf der Geschäftsführer meinte, die sollten am nächsten Tag noch einmal anrufen. Es waren wirklich andere Zeiten.

Wenn man sich mal überlegt, dass der Flughafen in der damaligen Zeit zwar ein Faxgerät in der Pressestelle hatte, aber keinen funktionierenden Verteiler für die ganzen Zeitungen und Radios – das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Wir haben jede Nummer von jeder Redaktion einzeln eingetippt. Der Zeitaufwand war nicht so wichtig.

Mein erster Arbeitstag und die folgenden Wochen warfen also schon einige Fragen auf. Wie´s weiterging und wie 24 Jahre zustande gekommen sind: Mehr im nächsten Blog.




01.12.2015

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