Flugbegleiterin oder Sicherheitsingenieurin?!

100 % Sicherheit gibt es nicht! Das zeigt unser Alltag immer wieder. Ob es die großen Katastrophen dieser Welt sind oder die kleinen ganz persönlichen Pannen und Unfälle. Aber was hat das mit dem Flughafen Stuttgart zu tun und was macht eine Sicherheitsingenieurin für Arbeitssicherheit überhaupt und ganz speziell am Flughafen Stuttgart? Um die Sicherheit der Fliegerei kümmere ich mich jedenfalls nicht. Das machen die Fachleute der Airlines.

Die Sicherheitsingenieurin des Stuttgarter Flughafens, das bin ich - Anja Nitsch; 44 Jahre; Hobby: Westernreiten (Pferd = gefährlich?!) + Fitness - zu mehr bleibt keine Zeit! Seit Frühjahr 2007 übe ich diese Tätigkeit am Flughafen aus. Zuvor war ich 7 Jahre bei der Deutschen Lufthansa in Frankfurt ebenfalls als Fachkraft für Arbeitssicherheit tätig. Bereits als Flugbegleiterin bei Lufthansa (das war eine tolle Zeit) hatte mich der Virus 'Fliegerei' gepackt! Daher war es die logische Konsequenz, dass ich auch hier in Baden-Württemberg im Flugzeug- bzw. Flughafenumfeld tätig werden würde, nachdem sich mein privater Lebensmittelpunkt nach Stuttgart verlagert hatte.

An deutschen Verkehrsflughäfen kümmern sich insgesamt ca. 50 Sicherheitsingenieure bzw. Ingenieurinnen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie mindestens ein Betriebsarzt (-ärztin) pro Flughafen in erster Linie um das 'sichere Arbeiten' der Mitarbeiter des Flughafenbetreibers, aber auch um den 'unfallfreien' Aufenthalt der Passagiere am Flughafen sowie der vorschriftengemäßen Ausstattung unserer Gebäude und Anlagen.

Mein Beruf ist relativ unbekannt. Dabei ist er total interessant und abwechslungsreich. In der Vergangenheit war er fast reine Männersache. Mittlerweile gibt es aber zum Glück immer mehr Frauen, die auch technische Berufe ergreifen.
Trotzdem bin ich in meiner jetzigen Tätigkeit in Deutschland die einzige Frau, die sich als leitende Sicherheitsingenieurin an einem Verkehrsflughafen um die Belange der Arbeitssicherheit kümmert!

Um den Beruf des Sicherheitsingenieurs bzw. der Fachkraft für Arbeitssicherheit ausüben zu können, braucht man neben einem Ingenieurstudium bzw. heutzutage Bachelorstudiengang und einer mind. zweijährigen Berufstätigkeit, eine ca. einjährige Zusatzausbildung zur 'Sicherheitsingenieur(in) für Arbeitssicherheit'. Oder man wählt den direkten Studiengang des Sicherheitsingenieurwesens, der von verschiedenen Hochschulen und Unis angeboten wird. Es geht aber auch ohne Studium, als Techniker oder Meister, dafür dann mit längerer Berufserfahrung. Im Anschluss darf man sich allerdings nur 'Fachkraft für Arbeitssicherheit' oder 'Sicherheitsfachkraft', nicht Sicherheitsingenieur(in) nennen.

Was genau ich nun hier am Flughafen Stuttgart mache und wie ein Arbeitstag für mich aussieht, folgt im 2. Blog!




09.02.2012

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