Es werde Licht: Befeuerung am Flughafen

Wer etwas von einer „Befeuerung“ hört, denkt vielleicht als erstes an einen Ofen oder einen Grill. Die Befeuerung in der Luftfahrt hat jedoch nichts mit all dem zu tun. Der Begriff hat seinen Ursprung nämlich in der Schifffahrt. Schon ca. 500 v. Chr. wurden mit offenem Feuer oder Fackeln Hafeneinfahrten markiert. Heute heißen am Flughafen deshalb die Leuchten auf den Rollwegen und der Start- und Landebahn „Feuer“.

Ich heiße Colin Haley und sorge, zusammen mit meinen Kollegen aus der Befeuerungsabteilung, u.a. dafür, dass sich alle Piloten, die in Stuttgart starten und landen, auf den Flugbetriebsflächen und in der Luft gut orientieren können.

Nahezu alle Befeuerungssysteme werden aus drei Stationen auf dem Flughafengelände mit Spannung versorgt. In diesen Stationen haben wir die Möglichkeit, alle Lichter zu steuern und abzuschalten, wenn wir daran arbeiten müssen. Tritt in den Stationen eine Störung auf, müssen wir schnell reagieren, denn auch die Fluglotsen im Tower müssen die Start- und Landebahn problemlos schalten können.

Allein für die Start- und Landebahn gibt es übrigens elf verschiedene Feuer-Typen. Auf den Rollwegen noch einige mehr. Sie unterscheiden sich in ihren Farben, Helligkeitsstufen, Funktionen, Prioritäten, Formen und Gehäusen. Anhand dieser Unterschiede können sich die Piloten vor allem nachts, bei schlechtem Wetter und auch tagsüber orientieren. So wissen sie z.B. wo die Bahn beginnt, wo sie endet, ab wo sie landen dürfen, ob sie zu hoch oder zu niedrig anfliegen, wo sie auf den Rollwegen halten müssen und vieles mehr.

Für fast alle Arbeiten auf den Flugbetriebsflächen ist unser Spezialfahrzeug „OTTO 109“, bestens ausgestattet. Zwei große Regale sind mit Ersatzfeuern aufgefüllt. Für defekte Feuer, Rollwegschilder, und Ersatzteile ist innen drin genügend Platz. Außerdem benötigen wir jede Menge Werkzeug und eine Werkbank. Im Laderaum befindet sich sogar eine Luke, die geöffnet werden kann, wenn bei stärkstem Wind und Schneefall z.B. Feuer ausgetauscht oder Kabel repariert werden müssen. Diese „mobile Werkstatt“ kann über eine Seitentür mit ausfahrbarer Treppe betreten und verlassen werden. Sind wir mal wieder bei Nacht draußen sorgen zwei helle Scheinwerfer, die am Dach montiert sind, für ausreichend Helligkeit bei der Arbeit.




18.02.2015

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