Der „Neue“ – ein Generationenwechsel

Als mein Vorgänger Volkmar Krämer vor 24 Jahren Flughafensprecher wurde, war ich gerade damit beschäftigt, in der ersten Klasse der Grundschule das Schreiben zu lernen und den Zahlenraum von eins bis zwanzig zu erkunden. Was also am 1. Dezember des letzten Jahres an der Spitze der Flughafenpressestelle geschah, kann man wohl getrost als Generationenwechsel bezeichnen.

Der „Alte“ geht mit 61 und einem unendlich wertvollen Schatz an Erfahrungen in der Unternehmens- und Krisenkommunikation in den Ruhestand. Der „Neue“ ist mit 31 Jahren auf einmal Deutschlands jüngster Flughafensprecher. „Wie sich das anfühlt?“ wurde ich in den ersten Wochen häufig gefragt. „Eigentlich wie vorher – nur die Uhr läuft gefühlt doppelt so schnell“, habe ich meistens darauf geantwortet.

Ein Generationenwechsel passt immer dann, wenn sich sowieso viel ändert. Die ersten Tage im neuen Bürogebäude laufen, die Pressestelle hat erstmals einen Newsroom – alles neu! Medienkonsum und Informationsfluss befinden sich im Umbruch, die klassischen Medien verlieren an Bedeutung und Social Media werden immer wichtiger. Damit aufgewachsen zu sein, macht die Arbeit zumindest leichter.

Der Job ist insgesamt zwar neu und auch die Erfahrung eine 15-köpfige Abteilung zu leiten, aber nicht die Themen. Fünf Jahre arbeite ich jetzt für den Flughafen, habe erst die Umwelt- dann die Nachhaltigkeitskommunikation verantwortet und damit auch alle wichtigen Flughafenbelange kennengelernt und kommuniziert. Vor allem die kritischen. Schon vorher musste ich gelegentlich als Sprecher des Flughafens ran, wenn es darum ging, Anfragen von Medien zu beantworten oder bei einem Streik mal wieder vor die Fernsehkamera oder das Radiomikrofon zu treten, um die Lage am Airport zu schildern. In fünf Jahren Flughafen habe ich von der professionellen und souveränen Art des Kommunikationschefs und seinem eingespielten Team einiges abschauen können.

Schon in meinem Studium habe ich Medienarbeit von der Pike auf gelernt – als Politikwissenschaftler war Pressearbeit in der Politik ein naheliegendes Ziel. Der Weg sah auch lange danach aus… bis ich mein Herz für die Nachhaltigkeitsdebatte entdeckte und nach dem Studium auch erst mal in diese Richtung bei einer internationalen Sportmarke abbog.

Dass ich dann letztlich Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Flughafens werde, der dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart gehört, und gleichzeitig noch der nachhaltigste Europas werden will, kann dann im Nachhinein aber auch nur schwer Zufall sein… ;-)




16.03.2016

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