Arbeiten, wo andere den Urlaub beginnen

Flugzeuge begleiten mich schon mein ganzes Leben. Als Kind schaute ich immer in den Himmel, wenn ich eins hörte. Dieses Verhalten gewöhnte ich mir aber während meiner Studienzeit in Mainz schnell wieder ab, um wegen der Frequenz (Nähe zu Frankfurt) nicht als "Hans-guck-in-die-Luft" verspottet zu werden. Dennoch: Wenn ich jetzt nach fast zwei Jahren am Flughafen aus dem Bürogebäude in der Flughafenstraße 32 laufe, bleibt mein Blick immer noch an den Flugzeugen hängen, die von der Weidacher Höhe reinkommen.

"Da würde ich ja die ganze Zeit Fernweh haben!" entgegnen Menschen, denen ich von meinem Job als Social Media Managerin am Flughafen erzähle. Und es ist tatsächlich etwas Besonderes, an so einem Dreh- und Angelpunkt der Emotionen zu arbeiten. Das beginnt schon auf dem Weg zur Arbeit morgens in der S-Bahn, wenn die ganzen Urlauber mit ihren Koffern um mich herum sitzen. Dann denke ich schon daran, wie viele Bewertungen und Anfragen uns heute wohl über Facebook erreichen werden. Neben mir twittert einer "Bin auf dem Weg zum Flughafen Stuttgart" - meine Kollegin wird ihm via Twitter gleich eine schöne Reise wünschen.

Einmal rief eine Mutter neben mir panisch zu ihrer Tochter: "Ich habe deinen Reisepass vergessen! Wir müssen zurück, das reicht uns nicht!" Da war ich froh, dass ich die "Last-Minute-Tipps" aus dem letzten Flugblatt im Kopf hatte und die beiden an den Infoschalter der Bundespolizei im Terminal 1 verweisen konnte, wo in solchen Fällen vorläufige Dokumente ausgestellt werden können.

Vor Ort im Terminal herrscht aufgeregtes Vorfreude-Gewusel, aber auch suchende Blicke, wo man wohl hin muss – das kenne ich nur zu gut von eigenen Reisen. Mit dem Flughafenausweis um den Hals verlasse ich das Terminal Richtung Bürogebäude. „Guten Tag, Anne Betten“, begrüßt mich die „Stechuhr“, wenn ich meinen Ausweis dran halte. Ein neuer Arbeitstag beginnt und ich bin schon eingestimmt auf den Flughafen und alles, was dazu gehört.

Und ich bin schon gespannt auf meinen nächsten Flug ab Stuttgart und darauf, wie ich vor diesem Hintergrund das Fliegen als Passagierin von STR wahrnehme…




01.02.2017

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