Traumjob Pilot

Mein Name ist Martin Locher, ich bin 35 Jahre alt und seit 13 Jahren Pilot – viele Jahre davon bei Tuifly. Mein Heimatflughafen ist Stuttgart. Heute erzähle ich etwas darüber, wie man eigentlich Pilot wird. Bei mir ist das ja schon einige Jahre her, dennoch erinnere ich mich noch recht gut daran. Pilot werden wollte ich schon seit meinem 5. Lebensjahr. Grundvoraussetzung ist das Abitur, dadurch hatte ich schon mal einen Grund dieses zu machen.

Nach dem Abitur machte ich dann den Pilotentest beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Hamburg. Bei diesem werden hauptsächlich die Mehrfachbelastbarkeit sowie die Fähigkeit, in kürzester Zeit Entscheidungen zu treffen, getestet. Da ich diesen sofort bestand, ging es los auf der Flugschule. Zunächst büffelte ich sehr viel Theorie in diversen Fächern: von Aerodynamik über Elektrotechnik bis zur Physiologie. Nach 6 Monaten beendete ich diesen ersten Teil der Theorie erfolgreich, und das praktische Flugtraining auf kleinen, einmotorigen Flugzeugen begann.

Als ich die komplette Theorie bestanden hatte, ging es für mich und weitere Pilotenanwärter nach Arizona, USA, um in Flugzeugen ein halbes Jahr täglich von morgens bis abends bei schönstem Wetter das Fliegen zu lernen. Schlechtes Wetter wird dort dadurch vorgetäuscht, dass die Fenster des Flugzeugs mit Zeitungen zugeklebt werden und man auf seine Instrumente angewiesen ist.

Auch wenn das Programm dort ziemlich stressig ist, kommt der Vergnügungsfaktor aber nicht zu kurz. Bei BBQ am Pool wird dann mit den Fliegerkameraden fachgesimpelt und von den Erlebnissen des Tages berichtet. Prüfungen gibt es natürlich auch, und zur fliegerischen Abschlussprüfung kommt am Ende des Trainings extra ein Prüfer vom Luftfahrtbundesamt aus Deutschland in die USA, um die Prüfung abzunehmen. Ab diesem Augenblick ist man Verkehrsflugzeugführer.

Zurück in Deutschland durfte ich dann in den richtigen Simulator. Dort lernte ich einen bestimmten Flugzeugtyp zu fliegen. Bei mir beispielsweise unter anderem den Airbus A310 und den A300, danach die Boeing 737. Nachdem ich auch diese Prüfungen bestanden hatte, waren echte Flugzeuge und Passagiere an der Reihe… Allerdings das erste halbe Jahr nur mit einem Trainingskapitän, der meine Flugfähigkeiten sowie das Theoriewissen auf Herz und Nieren prüfte. Am Ende dieses Trainings stand der „Final Line Check“ an. Das ist ein ganz normaler Flug mit Passagieren, der jedoch das letzte Mal mit einem Trainingskapitän. Bei mir ging der Flug nach Hurghada in Ägypten. Damit war meine 3-Jährige Pilotenausbildung komplett bestanden und der normale Flugdienst ging los.

Wie dieser bei uns in Stuttgart im Alltag aussieht, beschreibe ich das nächste Mal…




30.06.2011

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