Sicherer Job mit Trott-war am Airport

Seit mehr als einem Jahr fahre ich mit der S-Bahn zum Stuttgarter Flughafen, auch am Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen. Denn dort habe ich meine Arbeitsstelle: Mit drei weiteren Kollegen leere ich dort die Sammelbehälter für Pfandlaschen, reinige diese und stelle sie wieder in den Terminals auf.

„Spende dein Pfand“ heißt das Projekt, das der Stuttgarter Flughafen vor anderthalb Jahren ins Leben gerufen hat. Passagiere können seitdem ihre Pfandflaschen in besondere Sammelbehälter werfen. Das Pfand geht an Trott-war, damit werden die Mitarbeiter bezahlt, die sich um die Behälter kümmern. In diesem Blog-Beitrag beschreibe ich euch meinen Tagesablauf.

Aber zunächst zu meiner Person: Ich heiße Edeltraud Wagner, bin 44 Jahre und war Langzeitarbeitslose. Durch Trott-war habe ich endlich wieder Arbeit. Darüber bin ich sehr froh, denn ich habe wieder etwas zu tun und eine Aufgabe, aber auch wieder etwas mehr Geld.

Ein normaler Arbeitstag am Flughafen beginnt so: Ich stehe um sieben Uhr auf und dusche. Anschließend gehe ich mit meiner Hündin Hexe eine Runde Gassi. Danach muss ich schon zur Straßenbahn. Ich fahre zum Hauptbahnhof, hole mir einen Kaffee und etwas zum Frühstück und setze mich in die S-Bahn zum Flughafen.

Wenn ich am Flughafen angekommen bin, schaue ich zuerst nach den Flaschenbehältern, ob und wie voll sie sind. Dann gehe ich in den Keller, wo sich unser Lagerraum befindet. Dort ziehe ich mein rotes Trott-war-T-Shirt an.

Nun kann ich mit der eigentlichen Arbeit anfangen. Ich nehme einen gesäuberten Flaschenbehälter auf die Sackkarre und fahre mit dem Aufzug nach oben zu den Terminals, um die Behälter auszutauschen. Ich hole einen vollen Flaschenbehälter aus dem Terminal und fahre damit in den Keller. Dort sortiere ich die Flaschen nach Einweg-, Mehrweg-, Glas- und Wegwerfflaschen. Danach muss ich die Behälter natürlich auch säubern.

So gehe ich bei allen vier Terminals vor. Zwischendurch schaue ich in den Mülleimern auch immer wieder nach Leergut, das ich in die Sammelbehälter werfe. Wenn der Einwegflaschensack voll ist, wird er mit einem Binder zugemacht, ein Etikett darauf geklebt und in den dafür vorgesehenen Container gebracht. Dafür gibt es eine Liste. Sie weist nach, wie viel Aufkommen an Flaschen am Tag wir haben. Dort trage ich ein, wie viele Flaschen in den Behältern waren und wie viele Säcke Einwegpfand am Tag zusammenkommen. In der Hauptreisezeit im Juli haben wir sogar über 2.000 Flaschen am Tag gesammelt.

Das ist im Großen und Ganzen meine Arbeit am Flughafen. Nach der Arbeit fahre ich nach Hause, wo ich schon sehnsüchtig von meiner Hündin erwartet werde.

Ich finde es schön, dass ich mit meiner Arbeit auch etwas für die Umwelt tue. Wenn es dieses Projekt nicht gäbe, würden alle Flaschen im Müll landen. Gut finde ich auch, dass durch dieses Projekt vier Menschen dauerhaft einen festen Arbeitsplatz bekommen haben.

Was ich mir für „Spende dein Pfand“ noch wünsche, ist, dass dieses Projekt noch lange weitergeht. Wichtig wäre zudem, dass die Passagiere am Flughafen das Projekt noch besser annehmen und ihre Pfandflaschen nicht einfach in den Müll schmeißen.




23.12.2014

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