Bewerbungsinfos vom Airport

Aktuelle Informationen rund um das Thema Bewerbung erfahren und nebenbei noch einen Blick auf das Vorfeld werfen: Das klang nach einem interessanten Tag am Stuttgarter Flughafen. Mit Spannung erwarteten wir deswegen eine ganz besondere Fortbildung. Wir, das sind 13 Lehrerinnen und Lehrer der Werkrealschulen Bösingen und Villingendorf sowie der Eschachschule in Dunningen. Mein Name ist Rainer Kropp-Kurta, ich bin Schulleiter an der Grund- und Werkrealschule Villingendorf und berichte euch, was wir an diesem Tag gelernt haben.

Auf Einladung von Friedemann John, Leiter der Personalentwicklung und Ausbildung der Flughafen Stuttgart GmbH, konnten wir einen Tag lang aktuelle Informationen rund um das Thema Bewerbung erhalten. Dabei stellte John in einem Seminarraum mit Blick auf das Rollfeld seine Sicht eines Unternehmens dar und verschaffte uns Pädagogen dadurch einen höchst interessanten Perspektivwechsel.

Wie verändert sich die Gesellschaft? Und wie können wir darauf reagieren? Mit dieser Fragestellung begann der Vortrag. In den kommenden Jahren stünden der Gesellschaft in Deutschland vor allem auch im Bereich Ausbildung und Arbeit gravierende Veränderungen bevor. Die Lebenserwartung steige weiter an, 12 Millionen Verrentungsfällen wurden bis Mitte der 20er Jahre lediglich 4,5 Millionen „Neueintritte“ gegenüber stehen. In den kommenden zehn Jahren gebe eine riesige Fachkräftelücke, insbesondere im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Daher müssten Schulen und Betriebe eng kooperieren, um junge Menschen für entsprechende Berufsfelder zu gewinnen, denn der „Kampf um Talente“ habe bereits begonnen.

Ein weiterer Aspekt wurde von John im Hinblick auf die heranwachsende Arbeitnehmergeneration angesprochen. Man spreche von den Generationen Y und Z, die mit dem Internet und den sozialen Netzwerken aufwachsen würden. Dies präge das Informationsverhalten, die sozialen Beziehungen und es beeinflusse das Werteverständnis. Hierdurch komme es zunehmend zu „Generationenkonflikten“ in den Unternehmen (siehe hierzu auch den Blogbeitrag „Wenn Alt und Jung aufeinandertreffen“). Das Arbeitsumfeld verändere sich, sogenannte „Job-Nomaden“ könnten sich aufgrund des Fachkräftemangels in naher Zukunft die Art ihrer Arbeit und ihren Arbeitgeber sehr stark aussuchen. Die Konsequenz daraus wäre es, dass sich Unternehmen sehr bald aktiv bei Menschen um deren Mitarbeit bewerben müssten.

John erläuterte auf Grundlage dieser gar nicht so weit entfernten Zukunftsprognosen die Unternehmensphilosophie der Flughafen Stuttgart GmbH. Hier werden schon seit Jahren Bewerbungsverfahren nur noch digital durchgeführt. Der Internet-Auftritt sei äußerst wichtig. Besonders innovativ erschien uns Lehrkräften aus dem Landkreis Rottweil die Initiative „Frag den Azubi“. Auszubildende der Flughafen GmbH sind mit Tablet-PCs inklusive Internetflatrate zum privaten Gebrauch ausgestattet worden. Einzige Bedingung: Anfragen von an einer Ausbildung interessierten Schülern, die sie via Homepage des Flughafens erreichen, müssen sehr zeitnah beantwortet werden. Ein niederschwelliges Angebot, das sehr erfolgreich verlaufe, bilanzierte John.

Schließlich geizte John bei den immer mehr gefragten Online-Bewerbungen und Auswahlverfahren nicht mit Tipps für die Schülerinnen und Schüler. Gerne werden die Lehrerinnen und Lehrer weitergeben, wie wichtig ein ansprechendes Bewerbungsfoto, Zertifikate über soziales Engagement in Schule und Verein, der feste Händedruck beim Bewerbungsgespräch oder das Verhalten auch in Pausen bei sogenannten Assessment Centern sind.




05.12.2014

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