Bewerbung: Schulnoten

Kommen wir abschließend noch zu den Schulnoten. Dies verursacht erfahrungsgemäß einigen Bewerbern ein ungutes Bauchgefühl. Leider wird dieses Thema in den Betrieben ganz unterschiedlich gesehen. Was ich also hierzu anmerken möchte, bezieht sich nicht auf alle Firmen, sondern zunächst auf den Flughafen Stuttgart. Ich weiß aber, dass viele andere Firmen dies ähnlich sehen.

Also - wir suchen unsere Bewerber nicht nach einem bestimmten Notendurchschnitt oder aufgrund einzelner Schulnoten aus. Dies ist für uns eine Information unter vielen, die wir beim Lesen der Bewerbungsunterlagen zur Kenntnis nehmen. Da wir wissen, auf welch unterschiedliche Weise Schulnoten zustande kommen können, erscheint es uns - allein genommen - nicht geeignet, um einen Menschen einzuschätzen und seine Eignung für einen Beruf festzustellen. Die Erfahrung zeigt, dass nicht unbedingt die besten Schüler auch die besten Auszubildenden und später die besten Mitarbeiter werden.

Natürlich müssen bei uns Leistungen erbracht werden und auch wir brauchen die in der Schule vermittelten Grundkenntnisse in den verschiedenen Fächern, da wir ohne diese Grundlagen nicht in die Ausbildung einsteigen können. Aber wir beziehen den ganzen Menschen in die Beurteilung mit ein, und nicht nur seine Fähigkeit, gute Schulnoten zu produzieren.

In einem halbtätigen Assessmentcenter (Gruppenauswahlverfahren) überprüfen wir, was ihr wirklich „drauf habt“. Hier betrachten wir dann auch euer Schulwissen, aber auch eure praktischen Fähigkeiten, die je nach Beruf ganz unterschiedlich sein können. Was uns aber genauso wichtig erscheint ist, ob ihr euch in einer Gruppe zurechtfinden und mit Anderen zusammenarbeiten könnt. Wie stark sind eure sozialen Kompetenzen ausgeprägt? Könnt ihr eure Meinung vertreten und wie kommuniziert ihr mit anderen …?

Zwei Noten schauen wir uns allerdings sehr genau an (soweit sie im Zeugnis erscheinen): Die Kopfnoten, oder konkret … Verhalten und Mitarbeit! Hier ist uns vor allem die Verhaltensnote wichtig. Warum? Ganz einfach. In der Klasse und in der Schule gibt es bestimmte Verhaltensregeln, die ihr beachten und einhalten müsst. Wenn ihr das macht, bekommt ihr mindestens ein „gut“. Wenn ihr euch aber nicht an Regeln halten könnt oder wollt, dann werden alle euch unterrichtenden Lehrer in der Zeugniskonferenz ein „befriedigend“ oder schlechter eintragen. Die meisten Lehrer wissen auch, welche Auswirkungen das auf eure Bewerbung hat! Denn mit einer Verhaltensnote schlechter als 2 wird eure Bewerbung in den allermeisten Firmen sofort aussortiert.

Warum ist das so streng? Nun ja, ihr zeigt in der Schule, die bei weitem nicht so streng ist wie der Betrieb, dass ihr zu spät kommt, immer wieder den Unterricht stört, Hausaufgaben nicht macht, also dass insgesamt auf euch kein Verlass ist. Diese Verhaltensauffälligkeiten lässt man euch in der Schule vielleicht noch hin und wieder durchgehen, im Betrieb können wir diese jedoch nicht akzeptieren. Die Betriebe reagieren sehr viel schneller und ihr riskiert damit den Rauswurf! Somit solltet ihr die Chance in der Schule nutzen und unter Beweis stellen, dass Ihr die Regeln einhalten könnt!

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass das Schulzeugnis insgesamt einen passablen Eindruck hinterlassen sollte. Ein zu schlechter Durchschnitt könnte insgesamt den Verdacht nahe legen, dass das Lernen und die eigene Weiterentwicklung aktuell nicht im Vordergrund stehen. Doch auf diese Eigenschaften legen wir durchaus wert, denn Lernen wird euch euer gesamtes Berufsleben lang begleiten.




06.09.2016

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